Waldkindergarten

Kleine haben in der Natur großen Spaß

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Der Groß-Zimmerner Waldkindergarten machte beim Tag der offenen Tür Werbung für sein besonderes Betreuungsangebot. Spielen kann man auch im Wald, hier wird die Struktur von Baumrinde auf eine Papier gepaust.

Groß-Zimmern - „Eines unserer Kinder ist schon im Waldkindergarten, die Jüngste soll ihn auch besuchen“, sagt Dr. Frank Michael Pelka, „für die Kinder ist das ein schönes Erlebnis. Von Ulrike Bernauer 

Mein Sohn macht viel handwerklich, ist ganz viel draußen und bewegt sich anders als in geschlossenen Räumen, ich möchte, dass meine Tochter das auch erleben kann.“ Am Freitag ist Tag der offenen Tür im Waldkindergarten. Hintergrund der Aktion: Die Anmeldezahlen in diesem besonderen Kindergarten waren rückläufig und die Kinder, Erzieher und Eltern und vor allen Dingen auch die Gemeinde wünschen sich, dass der Waldkindergarten bestehen bleiben kann. „Wir brauchen eine Mindestzahl von Anmeldungen, um den Kindergarten betreiben zu können“, sagt Bürgermeister Achim Grimm. Zurzeit besteht keine Gefahr der Schließung, für das nächste Kindergartenjahr sind 16 Kinder angemeldet, im Frühjahr nächsten Jahres will man schauen, wie sich die Belegung weiterhin entwickelt.

Die Eltern, die ihre Kinder in diese Einrichtung schicken, sind begeistert. „Mein Sohn macht sicherlich viele Sachen anders, er ist einfach geschickter geworden, aber ich glaube er kann nicht ganz so schön malen“, sagt Pelka. Die Kinder sind bei Wind und Wetter draußen, obwohl für den Notfall ein großer Gruppenraum in der Waldschule zur Verfügung steht. Vorgefertigtes Spielzeug brauchen die Waldkinder kaum, sie finden ihr Spielzeug im Wald in Form von Stöcken oder anderen Naturmaterialien. Dafür sind sie groß im Bauen, Unterstände haben sie in ihrer Ritterburg aus Stöcken und Ästen aufgebaut. Rund fünf unterschiedliche Plätze haben sie im Zimmerner Wald als regelmäßige Spielplätze auserkoren.

Überzeugter Waldpädagoge

Tobias Horneff ist überzeugter Waldpädagoge. „Ich habe extra in Groß-Zimmern angeheuert, weil ich in den Waldkindergarten wollte. Für mich war es das Naheliegendste mit Kindern in der Natur zu arbeiten.“ Zurzeit arbeitet Horneff aus personellen Gründen in der Kita Nordring, der der Waldkindergarten angeschlossen ist. Der Erzieher freut sich, nach den Sommerferien wieder in den Wald zurück kehren zu können. Sabine Anton ist ebenfalls überzeugte Waldvertreterin. „Meine Tochter Klara ist schon im Waldkindergarten, Hugo hoffe ich auch hierher schicken zu können. Der geht erst nächstes Jahr, hoffentlich. Mich überzeugt, dass sie bei jedem Wetter nach draußen gehen und wenn es nur eine Stunde ist. Sie lernen total viel, Klara kann mir viel beibringen. Sie kochen viel mit Pflanzen, die hier wachsen, wie Holunder oder Melisse. Trotzdem ist die normale Kindergartenpädagogik wie malen und basteln auch noch da.“

Anton vermisst etwas mehr Werbung für den Waldkindergarten. „Wir haben es damals auch nur durch Zufall mitbekommen. Ein Manko sind auch die Öffnungszeiten, die sind nur von 7 bis 11.45 Uhr. Die meisten Mütter bräuchten zumindest Zeit bis um 12.30 oder 13 Uhr, um halbtags arbeiten zu können.“ Nach Antons Ansicht reichen auch die Ganztagsplätze nicht aus. Zehn Kinder können bis 16 Uhr im Kindergarten bleiben, wobei sie um 12 Uhr abgeholt werden und den Nachmittag im Nordring verbringen. Auf diesen Umstand angesprochen erklärt Bürgermeister Grimm, dass man über eine Verlängerung der Öffnungszeiten ganz aktuell nachdenke. Darüber freut sich Helga Vogel, Leiterin der Kita Nordring und damit auch der Waldgruppe. „Der Wald bietet ungeahnte Möglichkeiten für die Kinder, ich denke an die Naturerfahrung, aber auch den Ausgleich von motorischen Defiziten oder der Stärkung des Immunsystems.“ Vogel setzt auf ein Fortbestehen dieser ganz besonderen Einrichtung.

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