Die Kleinsten lernen Spaß an der Bewegung

+
Schon Babys und Kleinkinder können beim TV ihre Motorik schulen. So macht Greifen Spaß: Liegend auf dem Ball und von Mama einerseits fest gehalten, andererseits auf dem Ball hin und her bewegt.

Groß-Zimmern - Sina hat Glück bei ihrer ersten Turnstunde. Das dreimonatige Baby erhält sozusagen exklusiven Einzelunterricht beim Babyturnen des Turnvereins in der Mehrzweckhalle. Von Ulrike Bernauer

„Normalerweise kommen mehr Kinder“, erklärt Kursleiterin Irmgard Reitzel, „wir waren auch schon mal zu Zehnt. “ Aber direkt nach den Ferien ist meistens der Besuch ein wenig geringer. So haben Sina und ihre Mutter Manuela Bartel am Dienstagmorgen die Aufmerksamkeit von Kursleiterin Reitzel ganz alleine für sich. Die ehemalige Krankengymnastin mit zahlreichen Zusatzausbildungen ist erstaunt, wie gut das kleine Mädchen sich schon bewegen kann. Das ist durchaus nicht selbstverständlich, auch wenn es Reitzel in ihren Kursen mit gesunden Babys zu tun hat. „Sina hält ihren Kopf schon ganz stabil“, lobt die Kursleiterin, die das Babyturnen schon seit 1978 durchführt und damit in der Region eine Pionierin auf diesem Gebiet ist.

Zusammen mit der Mutter macht sie einige Übungen. Als Hilfe nimmt sie dafür eine Rolle, auf der das Kind, gehalten von der Mutter, sitzt. Die bunte Rolle wird nach rechts und links bewegt und Sina geht gut mit und versucht im Gleichgewicht zu bleiben. „Wir sind gerne zusammen mit anderen Kindern“, erklärt Mutter Bartel, warum sie mit dem Turnen mit ihrer Tochter schon so früh anfängt.

Kontakt zu anderen Kindern

Die Babymassage hatte den beiden schon viel Spaß gemacht, aber die ist nun zu Ende und da hat die Mutter was Neues gesucht. Mitglied im Turnverein ist sie sowieso. Sina hat nach einer halben Stunde fertig geturnt. „Eine halbe Stunde ist viel für so ein kleines Baby“, sagt Reitzel und empfiehlt der Mutter, zu Hause mit Sina weiter zu turnen.

Inzwischen sind schon sechs weitere Babys mit fünf Müttern und einem Vater eingetroffen. Die Kinder, die jetzt gekommen sind, sind ein wenig älter als Sina, sie können schon krabbeln. Die Mütter, der Vater und die Kinder kennen sich und auch die Turnstunde. Sie sind mit Begeisterung dabei. Für diese Gruppe hat Reitzel Bälle aus ihrem Fundus geholt, damit kann man viele Übungen machen. Die Kinder werden bäuchlings auf den Ball gelegt und der Ball wird von den Eltern hin und her bewegt. Stoßen die Füßchen auf den Boden, sollten sich die Babys abstoßen. Die meisten machen das auch ganz selbstverständlich, bei manchen braucht es eine Anlaufzeit.

Nina Tölkemeier-Wolf ist mir der zehnmonatigen Merle gekommen. „Ich habe schon mit ihrem Bruder Jonathan angefangen, der ist inzwischen im Kindergarten. Mir ist der Kontakt mit anderen Kindern wichtig, aber vor allem auch, dass sich die Kinder von klein auf viel bewegen“, sagt die Sportwissenschaftlerin. Jonathan hat alle drei Gruppen des Babyturnens durchlaufen, neben den ganz Kleinen und den Krabbelkindern, gibt es noch die Laufkinder und ist jetzt im Kinderturnen angekommen. Der einzige Vater heute, Frank Anane-Asare, hat seine Tochter Chalondra ebenfalls schon mit drei Monaten zum Babyturnen gebracht. „Das fördert die Motorik und man kommt in Kontakt mit anderen Eltern.“ Schnell werden alle sechs Babys als Reitzel Spielzeug in der Mitte der Matte ausbreitet und sich jedes der Kinder eines für eine Übung aussuchen kann.

„Ich liebe Kinder“

Freude kommt auch auf, als alle Babys über der dicken Rolle einer Gymnastikmatte liegen und die Eltern die Matte ein wenig hin und her rollen.

Es kommen nicht nur Eltern aus Groß-Zimmern, sondern auch aus der Umgebung“, erklärt Übungsleiterin Reitzel. So früh fängt kaum ein Verein in der Region mit dem Turnen an. Obwohl Reitzel das Babyturnen nun schon seit 36 Jahren leitet, macht es ihr immer noch viel Spaß. „Ich liebe Kinder und auch nach den vielen Jahren ist immer wieder alles Neu. Jedes Kind hat seine eigene Persönlichkeit und auch den Eltern hilft das Turnen. Wenn sie zugezogen sind und noch keine Kontakte haben, dann finden sie die hier. Und so manche Unsicherheit bei einer Mutter beim ersten Kind, kann auch besprochen werden.“ Dass die Arbeit fruchtet, sieht Reitzel immer wieder. Inzwischen kommen Mütter, die selbst bei ihr als Babys mit dem Turnen angefangen haben.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare