Klettern und krabbeln im Weidentunnel

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Vogelhäuschen wurde mit dem NABU gebastelt.

Groß-Zimmern - Das Naturerlebnisgelände an der Waldschule präsentierte sich am Sonntag im besten Licht. Beim Waldfest wurde es offiziell eingeweiht. +++Fotostrecke+++Von Ulrike Bernauer

Das Wetter hat so manche Zeitverzögerung mit sich gebracht. Seit der Pflanzung im Dezember ist jetzt alles wunderbar gewachsen“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins Waldschule und Zimmerner Förster, Martin Starke. Zufrieden zeigte er auf die letzte Neuerung, den Weidentunnel, der bei einem Eltern-Kind-Projekt im Frühjahr angelegt wurde. Als Ziele für die nächsten Jahre benannte Starke eine Kräuterspirale, eine Insektennistwand, ein Hochbeet und eine Trockenmauer. Außerdem träumen die engagierten Helfer von einem Wassererlebnis auf dem Gelände. Starke dankte den zahlreichen Sponsoren und der Gemeinde, die mit ihren Mitarbeitern die Umsetzung der Baumaßnahmen auf dem Gelände überhaupt erst ermöglicht habe.

Impressionen vom Waldfest und den Ehrungen

Fledermäuse und junge Meister beim Waldfest

Viele Angebote hatten die Mitglieder des Fördervereins zum Fest für die zahlreichen Besucher vorbereitet. Im Wald lockte der Niedrigseilgarten, in dem überwiegend Kinder ihren Gleichgewichtssinn erprobten. Das Bodenleben konnte man an einem Stand untersuchen und so manches Kind staunte, wenn es einen Tausendfüssler unter dem Mikroskop beobachten konnte. Etwas zu gewinnen gab es auch, vorher musste allerdings die Summe der Erlenzapfen in einem großen Glas geraten werden. Der siebenjährige Pascal hatte 5 555 Zapfen geschätzt, lag damit aber um knapp die Hälfte daneben.

Eingebettet in das Waldfest war zudem die Ehrung der jugendlichen Meister durch die Gemeinde. Ein Bericht hierzu folgt.

Mit dem Dieburger Förster Peter Sturm, Natur-Fachfrau Claudia Warwel und Imker Werner Hofmann ging es dann in den Wald. Ursprünglich hatte jeder der drei Experten eine eigene Führung geplant, doch mangels Interessenten entschlossen sich die drei zu einer gemeinsamen Tour.

Beim Waldfest gab es viele Bewegungsangebote - wie das Balancieren im Niedrigseilgarten.

Hofmann wusste Erstaunliches über das kleine Insekt zu berichten, das die Menschen schon sehr lange begleitet. Warwel zeigte auf den Wegerich, den die Indianer in Nordamerika „Weißer Mann Fuß“ nannten, weil er den Einwanderern aus Europa folgte. „Der Wegerich hilft gegen Insektenstiche und seine Blattfäden wurden früher zum Vernähen von Wunden benutzt“, so Warwel. Sturm schmuste gar mit einer Brennessel. „Wenn man die ganz zart anfasst, dann brennt sie nicht. Aber man muss ganz vorsichtig sein, sonst verteilen die zahlreichen Stacheln Ameisensäure unter der Haut und das brennt ganz ordentlich“, erklärte er. Ein etwas anderes Angebot hatte Peter Böhm von der Forschungsanstalt in Geisenheim. Er lud die Besucher zu einem Gläschen Wein ein, wovon an dem heißen Tag jedoch nur wenige Gebrauch machten. Das besondere: Böhm hatte viele Weine mitgebracht, allerdings nur Riesling, dessen Trauben auf verschiedenen Böden gereift sind. „Schmecken Sie den Boden“ war denn auch die Aufforderung.

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