„Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“

Im Vorfeld hat sich eine Gruppe von jungen Erwachsenen intensiv mit Nicaragua, dem Beispielland der Sternsingeraktion 2012, auseinandergesetzt und das Land bereist, um eigene Eindrücke zu sammeln. Mitunterwegs waren auch Pfarrer Markus W. Konrad und Martin Göbel aus Groß-Zimmern. Am 28. Dezember wird die Sternsingeraktion 2012 in Mainz eröffnet. Foto: p

Mainz/Groß-Zimmern - Eine positive Bilanz ihrer Reise nach Nicaragua haben Diözesanjugendseelsorger Pfarrer Markus W. Konrad und der Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Mainz, Eric Niekisch, gezogen.

Sie hatten sich im Oktober auf Einladung des Kindermissionswerks gemeinsam mit 16 Ehrenamtlichen, darunter auch Teilnehmer aus Groß-Zimmern, in dem mittelamerikanischen Land aufgehalten. „Wir alle haben am Beispiel der Situation in Nicaragua und durch die Begegnung mit den Menschen dort einen emotionaleren Zugang zu Themen wie ,Nachhaltigkeit’, ,Folgen der Globalisierung’ oder ,gerechte Wirtschafsordnung’ bekommen. Letztendlich sind wir sensibler für die Themen der Entwicklungspolitik geworden“, sagt Niekisch.

In Mainz findet am 28. Dezember die Eröffnung des vom Kindermissionswerk und dem BDKJ verantworteten Dreikönigssingens statt.

Die Aktion steht in diesem Jahr unter der Überschrift „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“ und thematisiert insbesondere den Aspekt der Kinderrechte, Beispielland ist Nicaragua.

„Die Reiseteilnehmer, alles junge Erwachsene zwischen 20 uns 26 Jahren aus dem Bistum Mainz, sollten das Land persönlich kennen lernen, um dann in ihren Verbänden und Dekanaten als Multiplikatoren über die Ziele der Aktion zu informieren“, beschreibt Konrad die Absicht der zehntägigen Reise.

Bildung als einzige Zukunftschance

Zum Thema Kinderrechte besuchte die Gruppe beispielsweise ein Projekt in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas, in dem das Kindermissionswerk rund 340 Straßenkinder betreut, für ein tägliches Mittagessen sorgt und sich um eine grundlegende Ausbildung im Lesen, Schreiben und Rechnen kümmert . „Man sieht in Managua kleine Kinder im dichtesten Straßenverkehr, die Gebäck verkaufen, um ihre Familie zu unterstützen“, berichtet Niekisch. Ein großes Problem Nicaraguas sei zudem die Gewalt – auch sexuelle – gegenüber Kindern. Auch mit dem inzwischen emeritierten Bischof von Granada/Nicaragua, Bernhard Hombach – er stammt aus dem Erzbistum Paderborn –, sprach die Gruppe über die Situation.

„Bildung ist für die Kinder und Jugendlichen die einzige Chance, ihrem Elend zu entkommen“, betonte Bischof Hombach. Vor dem zweitägigen Besuch in Managua war die Gruppe sechs Tage lang in dem eher ländlich geprägten Ort Acoyapa zu Gast, wo neben dem Besuch sozialer Projekte auch Treffen mit dem örtlichen Bischof, Kindern, Jugendlichen und Studenten auf dem Programm standen. Beeindruckt haben Niekisch und Konrad die Herzlichkeit und Unbefangenheit der Menschen sowie ihre Gastfreundschaft – trotz der Armut. „Die Menschen arm, aber sie sind auch stolz auf ihr Land und politisch interessiert“, berichtet Niekisch.

„In Nicaragua herrscht eine lebendige Religiosität“

Da die Gruppe während des Wahlkampfs zu den anstehenden Präsidentschaftswahlen in Nicaragua war, konnte man beobachten, wie Menschen in übervollen Bussen und Transportern zu den Wahlkampfveranstaltungen fuhren. Außerdem nahm die Gruppe an der Wallfahrt zur Muttergottes von Guapa teil. „Wir lernten eine faszinierende katholische Volksfrömmigkeit kennen. In Nicaragua herrscht eine lebendige Religiosität und die Menschen haben eine ganz andere Art, ihren Glauben zu feiern als in Deutschland“, so Konrad.

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