Christof Glaser geht es um den Erhalt von Bewährtem

„Konservativ ist für mich ein positiver Begriff“

Nina und Christof Glaser.Fotos (2) Fritsch

Groß-Zimmern - (guf) „Ich hätte auch besseres zu tun als mich um 7 Uhr früh an die Straße zu stellen und Flyer zu verteilen“, sagt Christof Glaser. Kürzlich wurde er zum Vorsitzenden des CDU-Gemeindeverbandes gewählt.

Interessen und Hobbys hat der 34-Jährige wahrlich genügend, aber ihn interessiert auch, wie Gemeinwesen funktioniert, und in diesem Zusammenhang macht ihm das politische Engagement großen Spaß. Außerdem geht der Ex-Handballer Joggen, pflegt Vereins- und Stammtischtreffen, liest und musiziert gerne.

In Groß-Zimmern sind die Glasers vielen bekannt, besonders über seine Mutter, Elisabeth Glaser, die Lehrerin und Personalrätin an der Albert-Schweitzer-Schule ist.

„Soziales Engagement war bei uns immer selbstverständlich“, erzählt er. Und das bezieht der gläubige Katholik natürlich auch auf die Arbeit in der Kirchengemeinde. Von klein auf hat er sich bei den Pfadfindern engagiert und nach dem Abitur in Dieburg stand sein Wunsch fest: Berufsschullehrer. Auch hierin sieht er sich familiär geprägt. „Ich wollte nie ins Priesterseminar. Für mich gibt es auch Zweifel, aber Glaube ist doch auch rational“, meint er. Er studierte Wirtschaftspädagogik und katholische Theologie in Mainz und ist seit 2004 Diplom Handelslehrer an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg, wo er auch im Personalrat tätig ist. In seiner Diplomarbeit setzte er sich mit Wirtschaftsethik und dem Zusammenhang von „Urteilen und Handeln“ auseinander, Themen, die ihn bis heute faszinieren.

Mit 16 lernte er seine heutige Frau Nina (33) kennen. Sie ist hochschwanger, die Geburt von Töchterchen Luise steht bevor. Das junge Paar lebt in der Reinheimer Straße im renovierten Elternhaus der Mutter. Im Erdgeschoss wohnt die Oma, Christina Stumpf. Sie kocht ausgezeichnet, besonders ihre Klöße und Sauerbraten liebt der Enkel, und er schätzt das Miteinander in der Großfamilie.

Politik hat für ihn schon immer eine Rolle gespielt. Den Inhalten der Christdemokraten ist er seit seiner Jugend näher gekommen, „damals war ich weiter links. Die CDU ist eben oft unbequem, man muss sich eben mit ihr auseinandersetzen“, meint Glaser heute. In seinem Arbeitszimmer blicken Konrad Adenauer und Papst Johannes Paul von den Wänden. Die Entwicklung zum Konservativen findet Glaser richtig. „Konservativ ist für mich ein positiver Begriff“, sagt er, Prägung und Vorgeschichte seien von großer Bedeutung.

Zur Lokalpolitik ist er erst 2005 gekommen, da er vorher nicht in Zimmern wohnte. Angesprochen von Friedrich Faust trat er der Partei bei und kandidierte. Seit 2006 ist er als Nachrücker von Bettina Krumm Gemeindevertreter, übernahm bald den Vorsitz im Sozial- Sort- und Kulturausschuss. Zwei Jahre war er Beisitzer im Ortsverband, als ihn der Vorsitzende Heinz Bach kürzlich fragte, ob er sein Amt übernehmen könnte. „Nach Rücksprache mit meiner Frau habe ich zugesagt. Es ist schließlich auch eine große Herausforderung“, meint Glaser stolz. „In der Lokalpolitik spielen besonders die Menschen eine Rolle“, findet er und beschreibt zufrieden die sympathisch-bunte Mischung der örtlichen CDU. Im Parlament gelte es jetzt, einen Konsens auf breiter Ebene und Mehrheiten für den Haushalt zu finden.

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