Vorstandswahlen bei der FDP Groß-Zimmern / Jürgen Günster bestätigt

Konstruktives Team formiert

Setzen sich für liberale Ideen an der Basis ein (von links): FDP-Vorsitzender Jürgen Günster, Stefan Laurentius, Kurt Werdecker, Mike Müller und Tim Faig. Foto: Friedrich

GROSS-ZIMMERN Während Joachim Löw seine Mannschaft auf das bevorstehende Spiel im EM-Halbfinale einschwor, saß die hiesige FDP-Mitgliederversammlung in der FSV Gaststätte zusammen.

Zielvorgabe: ein konstruktives Team formieren, um als Liberale in Zimmern Kommunalpolitik mitzugestalten. Und: neue Mitglieder zu werben.

Während die FDP nach der zum Teil katastrophalen Entwicklung in Bundespartei und verschiedenen Landesverbänden im Vorjahr einen Abwärtstrend beklagte, ist sie nun im Aufwind. Jürgen Günster, der den Liberalen Groß-Zimmerns über zwei Wahlperioden vorstand: „Die Bundes FDP hatte einen schlechten Stand- und darunter litt auch die Basis.“ Bei den Kommunalwahlen 2011 stürzte die örtliche Partei auf ein historisches Tief von 2,5 Prozent ab (bei den Bundestagswahlen waren hier noch 17,4 Prozent erzielt worden).

Doch: Nun seien die Liberalen wieder am Ball. Nach dem positiven Abschneiden mit über acht Prozent bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen glauben die hiesigen Kommunalpolitiker, dass die Talsohle durchschritten ist. Innerpartlicher Zank, Plagiatsaffären und ungeschickte Äußerungen sollen nicht weiter die Basisarbeit belasten. Zunächst ging es darum, ein schlagfertiges Team zu bilden. Einheitlich wählte die kleine Mitgliederschar Jürgen Günster erneut zum Parteivorsitzenden. Sein Stellvertreter bleibt Stefan Laurentius, Schatzmeister wurde erneut Tim Faig.

Jürgen Günster, alter und neuer Parteichef, rückte im Februar diesen Jahres für den verstorbenen Parteifreund Heino Hoeves in den Gemeindevorstand nach. Hier wird er bis 2016 Kommunalpolitik mitgestalten und „insbesondere die Haushaltswirtschaft im Auge behalten“, so Günster schmunzelnd angesichts der 4,5 Millionen Euro, die im Gemeindesäckel gefunden wurden (wir berichteten).

„4,5 Millionen Euro zu wenig wären der größere Skandal, so haben wir nur ein Skandälchen“, kommentierte er schmunzelnd den Geldsegen. Vielen Unkenrufen zum Trotz (auch in der eigenen Partei war das Konstrukt umstritten), sei die parlamentarische Zusammenarbeit mit Freien Wählern und AUF-Partei ein Erfolgsmodell, so Günsters Bilanz. Zum Hintergrund: Im April 2011 formierten sich Liberale, Auf-Partei und Freie-Wähler zur FFA-Fraktion, die mit jeweils einem Parteivertreter im Gemeindeparlament vertreten ist. Kurt Werdecker vertritt in diesem Trio die FDP.

„Auf diese Weise sind wir auch in allen Ausschüssen dabei und konnten verschiedene Initiativen anstoßen“, sagte Günster. Einige Beispiele: Die Liberalen setzen sich für weitere Fußgängerüberwege und Zebrastreifen für mehr Verkehrssicherheit insbesondere der Kinder ein, sorgen für Klarheit bezüglich der Kleingärten am „Roten Morgen“. Von den 49 Kleingartenparzellen seien etwa die Hälfte verwildert, „dabei wären viele Bürger froh, so einen Garten zu haben“.

Ein kategorisches „Nein“ gibt es von den Liberalen zum Thema Projektwerkstatt „soziale Stadt“, doch noch fehlt es an konstruktiven Alternativen, um den sozialen Bereich zu unterstützen.

„Das Hallenbad muss als soziale Einrichtung erhalten bleiben“, so eine Forderung. Auf der Agenda stehen außerdem bundesrelevante Themen, wie die Abschaffung des Solidaritätsbeitrags für 400-Euro-Jobber und Geringverdiener. Der FDP-Kreisvorsitzende Horst Schulze regte die Diskussion über die Einführung einer Schienenverbindung zwischen Darmstadt und Zimmern an.

Das Thema (Straßen-)Bahn stecke zwar noch in der Anfangsphase, doch die Liberalen des Kreises wollen hier mit fundierter Stellungnahme in die Diskussion einsteigen. J ula

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