Silberhochzeit mit gigantischem Konzert in der evangelischen Kirche gefeiert

Musikalischer Hochgenuss

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Einen musikalischen Hochgenuss bescherten Chor, Solisten und Musiker ihrem Publikum am Samstag Abend - eine breite Bandbreite der Konzertklaviatur wurde in der evangelischen Kirche intoniert.

Gross-Zimmern - Zur Familienfeier laden, mit Freunden feiern oder eine Reise antreten? Es gibt verschiedene Wege, Silberne Hochzeit zu feiern. Dass sich ein Jubelpaar auf die Bühne stellt, um anderen mit Musik Freude zu schenken, ist eine eher ungewöhnliche Variante. Von Ursula Friedrich 

Andrea und Hanns-Martin Bartels wählten sie.

Sie legten den Grundstein für den fulminanten Konzertabend in der evangelischen Kirche, der, ohne zu übertreiben, als musikalischer Höhepunkt im Kulturprogramm des Gotteshauses bezeichnet werden kann.

„Hanns-Martin Bartels fragte mich, ob er anlässlich seiner Silberhochzeit ein Konzert veranstalten könne“, erinnerte sich Pfarrer Michael Fornoff - und dann kam eines zum anderen. Die Dekanatskantorei Vorderer Odenwald sagte ebenso zu, wie Solist Gerhard Schlepper, professionelle Musiker des Staatstheaters Darmstadt und das Blechbläserensemble Brasso Continuo wollten mitmachen. Unter der Leitung von Ulrich Kuhn wurde ein musikalisches Feuerwerk gezündet, das keinesfalls nur sakrale Konzertliteratur beinhaltete. Von Johann Sebastian Bach und Friedrich Händel bis in den Wilden Westen führten die musikalische Reise im vollbesetzten Gotteshaus am Samstag Abend.

Rund 400 Besucher ließen sich diesen Genuss nicht entgehen. Hanns-Martin Bartels, der eigentlich in Wolfskehlen zu Hause ist, seine musikalische Heimat als Bläser jedoch im Posaunenchor der Groß-Zimmerner Gemeinde hat, hatte Gelegenheit auch sein Talent als Komponist zu zeigen. Mit der Hochzeitssuite in C-Dur (für drei Trompeten, Pauken und Orgel) aus seiner Feder wurde der festlich-heitere Konzertabend begonnen. Kirchenmusiker Kuhn wirbelte von der kleinen Orgel im Altarraum zum zentralen Platz des Dirigenten, um das Konzert in der Doppelrolle als Konzertmeister und Organist zu stemmen.

Kompositionen von Bartels

Die Hälfte des Programms seien Kompositionen von Bartels, sagte Pfarrer Fornoff bewundernd. Der Sohn eines Pfarrers hat nicht, wie man glauben mag, Musik studiert, sondern nach dem Theologiestudium eine weltliche, mit vielen Zahlen behaftete Ausbildung begonnen - als Kaufmann. Sein schöpferisches Talent bringt feierliche Märsche, muntere Stücke für Blechbläser, ja sogar ein rauchiges Solo für Saxophon (Schlepper) oder Dudelsack (Thomas Rehm) hervor.

Fulminant füllte auch die Dekanatskantorei mit dem „Hallelujah“ aus dem Oratorium Messiah von Händel den sakralen Raum.

Für Orchester und Chor gab es ebenso für ihr letztes Stück „Herr des Himmels“, einem Choralsatz nach Psalm 23 (überarbeitet von Bartels) donnernden Applaus und stehende Ovationen.

Nur kurz war die Pause für die Ohren, denn nach diesem Konzertgenuss in der Kirche ging es hinaus ins Grüne, wo Besucher-Umtrunk und Imbiss lockten - und ein weiterer Hörgenuss. Andrea und Hanns-Martin Bartels gastierten mit der Darmstädter Formation, den Onion Pipes and Drums, im Kirchgarten.

Für ihre Silberhochzeit hatte sich das Jubelpaar noch viel Puste bewahrt, um mit den Musikerfreunden in den Dudelsack zu blasen.

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