Kräftig, gehaltvoll und ein wenig scharf

+
Boris Rhein beim CDU-Neujahrsempfang.

Groß-Zimmern - Vertreter aus Kirche, Kommunalpolitik, Verbänden und Vereinswelt feierten am Sonntag mit dem CDU-Ortsverband das junge Jahr 2013 im Kulturzentrum Glöckelchen. Von Ursula Friedrich

„Wir sind eine gute Truppe in Groß-Zimmern“, eichte der hiesige CDU-Parteichef Christof Glaser rund 70 Gäste des Neujahrsempfangs der Union auf das neue Jahr 2013. „Wir haben eine starke Seniorenunion, eine gute Jugend und einen tollen Bürgermeister, der gegen fünf Kandidaten im ersten Wahlkmpf siegte.“ Als Synomym für die Marschroute der Union mag die vorab servierte Gulaschsuppe herhalten. Kräftig, gehaltvoll, ein wenig scharf und schweißtreibend, so mundete das Süppchen.

Gastredner Boris Rhein verlangte nach seinem beherzten, verbalen Ausflug in die Landespolitik sogar einen Nachschlag des heißen Eintopfs. Hessens Innenminister gab sich in seiner Rede selbstbewusst: „Wir von der CDU nehmen die Dinge in die Hand!“ 250 weitere Lehrer würden für Hessens Schulen eingestellt und endlich Nachbesserungen beim Länderfinanzausgleich eingefordert.

Ungewohntes Lob an die Opposition

Dass neben Hessen zwei weitere Bundesländer für 13 finanzschwache Länder zahlen, könne so nicht angehen. Traditonell, und passend zur scharfen Suppe, wurden die Sozialdemokraten „abgewatscht“. „Schäfer-Gümbel meckert nur rum, die SPD stellt keine eigenen Anträge“, sagte der Landtagsabgeordnete Manfred Pentz, der seit kurzem auch finanzpolitischer Sprecher der Landesunion ist. Ein ungewohntes Lob ging an die Opposition vor Ort: Hier, sowie im Kreis, hätten die Soziademokraten an der Sache orientiert mitgearbeitet, gab sich Pentz milder. Ein kräftiges Lob gab es für Parteifreund Boris Rhein. Aus dem Innenministerium flössen „so viele Fördergelder wie nie“ und ganz unbürokratisch in seinen Wahlkreis, bedankte sich Pentz.

Während Rhein trotz Euroschwäche, wirtschaftlicher Wachstumsflaute und europäischer Schuldenkrise für Hessen ein Wirtschaftswachstum um 1,3 Prozent prognostizierte, gab sich Bürgermeister Achim Grimm in seiner Neujahrsrede vorsichtiger. „Es gilt in Groß-Zimmern den Sparkurs fortzusetzen.“ Dies bedeute, auch die Einnahmesituation zu verbessern, um den defizitären Haushalt aus den roten Zahlen zu manövrieren. Abwasser- und Friedhofsgebühren kommen daher auf den Prüfstand. Und die Zukunft Zimmerns defizitärster Freizeiteinrichtung, das Hallenbad, wird in einer interkommunalen Arbeitsgemeinschaft mit Dieburg neu diskutiert.

Kinder- und Jugendpark

Positive Entwicklung für die Gemeinde: Der Bau der sechszügigen Kindertagesstätte auf dem Festplatz hat oberste Priorität. Auf dem Areal soll bis Ende 2014 außerdem ein Kinder- und Jugendpark entstehen. Mit 150 Neubürgern 2012 sei Groß-Zimmern dem Ruf als Zuzugsgemeinde erneut gerecht geworden, sagte Grimm.

Die Feuerwehr der Gemeinde wird in diesem Jahr einen neuen Einsatzleitwagen erhalten und die Mehrzweckhalle eine neue Beleuchtung.

Besonders in den Vordergrund stellte Grimm die Fortführung des Bund-Länderprogramms „Soziale Stadt“ und das daraus hervorgegangene Projekt „Zimmern glänzt“.

Kommentare