Mit Wolfgang Sahm und Marlene Karnes gehen zwei pädagogische Urgesteine

Mit Krönungstorte und Notendom

Singend und winkend verabschiedet der Schülerchor Marlene Karnes und Wolfgang Sahm. Die beiden Lehrer gehen in den Ruhestand und die Schüler in die Sommerferien. Fotos (3): Bernauer

Groß-Zimmern (bea) ‐ Bunt und fröhlich war die Verabschiedung von zwei der dienstältesten Lehrer der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), auch wenn an manchen Stellen die Rührung der beiden pädagogischen Urgesteine durchklang. Schulleiter Helmut Buch überreichte Marlene Karnes und Wolfgang Sahm am Donnerstag in feierlichem Rahmen die Entlassungsurkunden (Porträts folgen). Ganz offensichtlich waren die beiden Lehrer sehr beliebt bei Schülern, Eltern und im Kollegium. Deshalb fuhr die ASS auch alles auf, was sie an Unterhaltungsprogramm zu bieten hat.

Für Aufmerksamkeit sorgte erst einmal der Trommeldonner, der die würdige „Zeremonie“ mit lauten Schlägen einleitete.

Der Schulchor schloss sich an und sang zum Abschied der beiden, aber auch zum Auftakt der Sommerferien „bye, bye, auf Wiedersehen“.

„Nachdem man ihnen die Altersteilzeit nicht gewähren wollte, mit der Begründung, es gebe nicht genügend Nachwuchs im Beruf des Lehrers, haben sie aus gesundheitlichen Gründen die Versetzung in den Ruhestand beantragt“, erklärte Buch. Das Kollegium werde Marlene Karnes mit ihrer Herzlichkeit und Offenheit vermissen, aber auch ihren kölschen Humor, der so manche Gesamtkonferenz bereichert habe.

Wolfgang Sahm bezeichnete der Schulleiter als „kleinen König“, der sein Reich, die Förderstufe, weise, gütig, konsequent und mitunter streng, regiert habe. Man werde den engagierten Pädagogen, der sich immer für die Belange der Förderstufe eingesetzt habe, vermissen. An die Ausscheidenden erging die herzliche Einladung, jederzeit vorbeizuschauen, vor allen Dingen seien Karnes und Sahm bei Ausflügen und Feiern unbedingt erwünscht.

Eine Büttenrede hatten Barbara Großkopf, Elisabeth Glaser und Andreas Schiener für das kölsche Mädchen Karnes vorbereitet, in der sie mit viel Witz Kindheit, Jugend, Studium, Familie und Schule der Lehrerin aufbereiteten. Als Höhepunkt des Auftritts gab es vom Kollegium ein Bild, das den Kölner Dom, gezeichnet aus Notensätzen, darstellte.

Die Krönung Sahm erfolgte nach einem Tortenunfall – glücklicherweise war die Schachtel leer – mit der Ersatztorte in Form einer goldgelb glänzenden Krone aus Marzipan.

Von den „Grufties“ verabschiedete sich auch Personalrätin Elisabeth Glaser. Zu Sahm gewandt sagte sie: „Auch wenn ich schon ein bisschen früher an die ASS gekommen bin, kann ich mich an eine Zeit, ohne Dich nicht mehr erinnern“.

Die Elternbeirats-Vorsitzende Bettina Appel schätzte sich glücklich, dass sie selber einst von Karnes und Sahm den unterrichtet wurde und ihre Kinder heute ebenso. Bürgermeister Achim Grimm bedankte sich bei den herausragenden Persönlichkeiten und pädagogischen Urgesteinen.

Die Grundschulrektoren Axel Pucknat, seine Stellvertreterin Elisabeth Beskrowny (Friedensschule), Martina Goßmann (Schule im Angelkarten) und Angelika Klindt (Geißbergschule) bedauerten die armen Pensionäre, weil ihnen in Zukunft die Freuden von Konferenzen, Bildungsstandards, neuen Rahmenplänen und der inklusiven Schule entgehen würden.

Grußworte sprachen auch die Schülervertreter bevor der Lehrerchor antrat. Dem hatte sich auch der ehemalige Schulleiter Hans Wichmann angeschlossen, der etliche Jahre mit den beiden Ausscheidenden an der Schule verbracht hatte.

Ein üppiges Büffet rundete diese harmonische und unterhaltsame Veranstaltung zum Ende des Schuljahres ab.

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