Kerb in Klein-Zimmern

Die Krokodile sind los

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Die Kerbfrauen kamen als brave Schulmädchen.

Klein-Zimmern - Lilli heißt am Samstagabend die Glücksfee, die aus den vielen Losen den Gewinner auswählen darf, der sich nicht nur als erster einen der zehn Preise aussuchen darf, sondern mit dem Verlesen der Kerburkunde auch die Klein-Zimmerner Kerb ganz offiziell eröffnen darf. Von Ulrike Bernauer

Es trifft in diesem Jahr keinen Unbekannten, Josef Coy heißt der Glückliche, der das Entchen mit der Glückszahl geangelt hat. Ob ausangeln oder ausgraben, wichtig ist bei der Klein-Zimmerner Kerb das Verlesen der Urkunde und wer das machen darf, das entscheidet das Schicksal. In diesem Jahr mussten Entchen aus einem aufblasbaren Planschbecken geangelt werden, das anfänglich von den gelben Plastiktierchen fast überquoll. In Nullkommanichts waren die Entchen aus dem Bassin verschwunden, weil die Klein-Zimmerner ganz wild darauf sind, die Kerb-Urkunde vorlesen zu dürfen. Die fünfjährige Lilli strahlte auch, durfte sie doch die Glücksfee spielen, auch wenn sich ihre Mutter gegen den Namen Lillifee verwahrte, der schnell in aller Munde war.

Vor der offiziellen Eröffnung war das Kerbvolk zu einem ökumenischen Gottesdienst in die katholische Kirche geströmt. Von dort ging dann ein Zug hinunter zum Platz am Feuerwehrhaus, wo die Kerb traditionell stattfindet. Vorneweg marschierte Walter Götz mit seinem Geißenstab, ihm folgte der katholische Kirchenmusikverein. Stimmung in die Gesellschaft brachten die Kerbfrauen, von denen einige sehr stimmgewaltig die Kerb hochleben ließen. Das Geißenlied wurde gesungen, es ist beliebt bei den Klein-Zimmernern. Drei Geißen haben sie dort, eine versaufen sie, eine verkaufen sie und eine behalten sie für den Bock.

Bunt, fröhlich und bonbonreich

Bunt, fröhlich und bonbonreich war am Sonntag der Umzug. Zwölf Gruppen beteiligten sich am Gang durch Klein-Zimmerns Gassen, die von zahlreichen Zuschauern gesäumt wurden. Angeführt wurde der Zug von gar schrecklichem Getier, die Krokodile waren bei den Kindergartenkindern los. In die richtige musikalische Stimmung brachte der katholische Kirchenmusikverein die Umzugsgucker, aber auch der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Messel blies in die Instrumente.

Ungewohnt artig gaben sich die Kerbfrauen. Als Schulmädchen waren sie mit blauweißen Schürzen unterwegs, wenn es darauf ankam, konnten sie aber trotz des biederen Outfits ordentlich auf den Putz hauen. Die Youngsters der Fußballer erschienen im Trikot, allerdings ohne Ball und den Geißbergschülern gingen schon relativ bald die Bonbons aus. Statt welche ins Publikum zu werfen, sammelten sie die von der Straße auf, die liegen geblieben waren. Mit dem Lasso und dem Gewehr erschreckten die großen Fußballer die Zuschauer, mit beiden Waffen konnten sie ordentlich knallen.

Klein-Zimmerner Kerb 2013

Klein-Zimmerner Kerb 2013

Marcel Roßkopf fuhr als Kerbvadder auf dem vorletzten Wagen. Zusammen mit seiner Mundschenkin Dominique Köbel winkte er huldvoll ins Volk am Straßenrand. Traditionell transportierte der letzte Traktor den Kerbkranz, der dann beim Feuerwehrhaus aufgehängt wurde. Dort bereitete Kerbvadder Roßkopf den Zuhörern viel Freude mit den Geschehnissen des vergangenen Jahrs, die in der Kerbrede Eingang gefunden hatten. (Die Kerbrede erscheint in der Mittwochsausgabe des LA.)

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