Kuchen und Sekt statt Sport

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Beste Stimmung herrscht beim Treffen der Wassergymnastikfrauen.

Groß-Zimmern - Ausgesprochen lebhaft geht es bei den Wassergymnastikfrauen zu und dass nicht nur, wenn sie sich im kühlen Nass des Groß-Zimmerner Hallenbads zur sportlichen Betätigung treffen. Von Ulrike Bernauer

Alle drei Monate versammeln sie sich bei Christel Herbert, der ehemaligen Wirtin des Münchner Hofs zum Nachmittagskaffee, den sie gerne bis in den Abend ausdehnen. Knapp 20 Damen haben im Partykeller von Herbert (in ganz Zimmern als Wirtin Christel bekannt) Platz genommen. Die Stimmung bei Kaffee, Käse- und Ananastorte ist ausgesprochen gut und sie wird noch besser, als das süße Gebäck verspeist ist und der Sekt geöffnet wird. Auch dabei lässt es das muntere Damenkränzchen nicht bewenden, abends gibt es noch selbstgebackenes Brot und Schweinemett.

„Es darf nicht viel kosten“,sagt Herbert, „damit auch immer alle teilnehmen können“.Und deshalb haben sich die Gymnastikfrauen ein gutes System ausgedacht. Die Teilnehmerinnen des Kränzchens, die in der vorhergehenden Zeit Geburtstag hatten, sorgen für die Verpflegung. „Leider können wir keine Neuen mehr aufnehmen“, sagt Elsbeth Braun und zeigt in die Runde. Nur Damen sitzen um den großen Tisch, auch schon aus diesem Grund darf ein Ehepaar, das an der Wassergymnastik teilnimmt, nicht zum Kaffeekränzchen kommen und Platz im Partykeller gäbe es ohnehin keinen mehr.

Auch Tilly Held, die die sportliche Gruppe leitet, war noch nie beim Treffen in Herberts Partykeller dabei. „Die Tilly hat immer viel zu viel zu tun“, ist die einhellige Aussage der Damen. Die meisten kannten sich schon vorher und die anderen waren schnell aufgenommen in die Gruppe. „International sind wir auch“, sagt Renate Scheye aus Dieburg und verweist auf sich und zwei Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Rosel Bohländer aus Kroatien fühlt sich ausgesprochen gut aufgenommen:„Bevor ich nach Zimmern gezogen bin, hieß es, da kommst du nie rein, die Zimmerner sind eigen, aber ich fühle mich hier pudelwohl“. Und auch die Dieburgerin Scheye fühlt sich eher Groß-Zimmern zugehörig: „In Dieburg wohne ich nur“.

Größtenteils älteren Semesters sind die Teilnehmerinnen der nassen Gymnastik und damit auch des Kaffeekränzchens. Die älteste ist Margret Hornung mit 77 Jahren, die jüngste, das Küken, das aus der Reihe tanzt, ist Daniela Strauß mit 33 Jahren. Dem herzlichen Verhältnis der Frauen untereinander tut der Altersunterschied aber keinen Abbruch.

Über Gott und die Welt, übers Backen, Kochen und wie man für eine der ihren einen neuen Mann findet, darüber unterhalten sich die Wassergymnastinnen. Denn bei der Tilly dürfen sie nicht so schwätzen, wie sie wollen. „Die Tilly führt ein strenges Regiment“, sagen einige und andere meinen: Wenn wir alle reden würden, käme Tilly ja gar nicht mehr durch“. Und genau deshalb sind die vierteljährlichen Treffen auch so beliebt und lebhaft. Da können sich die Wassergymnastinnen dann nach Herzenslust austauschen.

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