Aktion für kranke Dieburgerin

Kulinarisches und Geselligkeit bei Sommerfete des St. Josephshauses

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Steigende Luftballons bildeten den Abschluss eines fröhlichen und bunten Sommerfestes.

Klein-Zimmern - Eine fröhliche, sommerliche Stimmung herrschte am Freitagnachmittag auf dem Gelände des St. Josephshauses.

Die 1864 gegründete Knabenanstalt feierte wohl schon seit den 1950er Jahren regelmäßig ein Sommerfest, früher allerdings eher im kleinen Rahmen mit den Kindern, die hier lebten oder die Schule besuchten, den Eltern und geladenen Gästen.

Seit rund fünf Jahren allerdings ist das Fest für alle geöffnet, die sich mal einen Eindruck von der heutigen Jugendhilfeeinrichtung verschaffen wollen oder einfach feiern wollen. Einrichtungsleiter Markus Pelz freute sich, dass auch immer mehr Klein-Zimmerner Bürger ganz selbstverständlich dieses Fest in ihrem persönlichen Veranstaltungskalender stehen haben und gerne vorbeischauen.

Dosenwerfen gab es beim Sommerfest des St. Jospehshauses mal etwas anders: Nicht ein Ball trifft auf die Pyramide, sondern ein Wasserstrahl.

Die Reden waren kurz und wohl auch nur als etwas ausführliche, sehr freundliche Begrüßung zu verstehen. Lediglich Pfarrer Harald Christian Röper sprach in seiner Andacht etwas länger. Er versuchte den Gästen zu vermitteln, dass Jesus ein toller Typ gewesen sei, der aber mit der Obrigkeit und Autoritäten nicht viel am Hut gehabt hat. Ansonsten diente das Fest der gemeinsamen Unterhaltung und konnte vor allen Dingen für die zahlreichen Kinder und Jugendlichen mit vielen Spielen aufwarten.

Da gab es die Möglichkeit, Dosenpyramiden nicht mit Bällen umzuwerfen, sondern mit Wasserspritzen zu Boden zu befördern. Die Kinder und Jugendlichen konnten Motorrad oder Quad fahren. Der Sozialpädagoge Michael Schradin schraubte und baute gerne mit den Jugendlichen an den teils urigen Fahrzeugen, hinter der Sporthalle konnten sie dann auch einmal in einem Parcours bewegt werden.

Tischfußball wurde gespielt, und auch die Klein-Zimmerner Jugendfeuerwehr sorgte für Unterhaltung. Die Kinder konnten mit Hilfe des Wasserschlauches nicht nur einen Ball durch einen Parcours spritzen, sondern auch einmal mit einem hydraulischen Spreizer üben. Der wird normalerweise verwendet, um eingeklemmte Autofahrer aus Unfallautos herauszuholen. Am Freitag durften die Kinder hingegen einen Tennisball von einem Ort zu einem anderen  bewegen.

Es wurde aber auch einiges vorgeführt: Die Hausgruppen sangen und manches Kind versuchte sich bei der Karaoke. Viele Besucher nutzten allerdings das Fest, um zu plaudern oder auch, um mal ganz andere lukullische Köstlichkeiten zu probieren. Die Flüchtlingskinder, die im Haus Lebrecht in Groß-Zimmern Unterkunft gefunden haben, haben Spezialitäten aus aller Herren Länder vorbereitet. Mohamad kommt aus Syrien, hat aber nicht mitgekocht. „Ich war im Krankenhaus“, führte er als Entschuldigung an. Viele der jungen Flüchtlinge, die die Spezialitäten feilboten, feiern im Moment noch den Ramadan und dürfen deswegen tagsüber nichts essen.

Kommunen ächzen unter drastisch gestiegenen Sozialausgaben

Efe kommt aus Nigeria, sie ist seit anderthalb Jahren hier und lebt in Spachbrücken. „Das Fest gefällt mir gut, ich bin schon zum zweiten Mal hier.“ Sie besucht die Schule des St. Josephshauses in Dieburg. 75 Schüler wurden in diesem Schuljahr im St. Josephshaus unterrichtet, 25 davon wohnen auch in der Einrichtung. Heute haben einige Grund zum Feiern, sie haben ihren Haupt- oder Realschulabschluss in der Tasche. Kenntlich waren sie an T-Shirts, auf denen „heute Abschluss, morgen free man“ aufgedruckt war.

Am Nachmittag wurde das Ende des Festes mit einer Luftballonaktion eingeleitet. Die Kinder des Josephshauses sind auch sozial engagiert: Als sie von dem Schicksal der 14-jährigen, krebskranken Milena aus Dieburg im LA lasen, beschlossen sie spontan, auch helfen zu wollen. So flogen die Luftballons mit Karten in den Himmel. Für jede zurückgeschickte Karte wird in den Hilfsfonds für Milena ein Obolus von fünf Euro entrichtet. (bea)

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