28 Kurzgeschichten in einem Band als „Shorts“

Klein-Zimmern (ula) ‐ Lachanfälle, intensives Grübeln, Nachdenklichkeit, spontaner Diskussionsbedarf. Die angekündigten „Nebenwirkungen“ der Lektüre sind mannigfaltig. Ebenso wie die Themenfelder, die Hans-Josef Rautenberg in seinem zweiten Buch beackert.

Die 28 Kurzgeschichten in seinem neusten Werk „Shorts“ führen zu Feuersbrünsten, Friedhöfen, ins heimische Wohnzimmer, in ein Altersheim und natürlich: in die Zukunft. Das besondere Steckenpferd des Zimmerner Autors, Science Fiction, hat in der Kurzgeschichtensammlung einen festen Platz.

Hans-Josef Rautenberg  wünscht sich von seinem Publikum ein „Echo“, wirbt sogar mit einem kleinen Dankeschön auf seiner Internetseite für eingehende Kritiken. Oder er lädt zum Besuch, mittwochs im Umstädter Café.

Erneut schickt er seine Leser auf phantastische Reisen - in die ferne Zukunft, aber auch in seelische Abgründe sexueller Obsessionen, kompromissloser Liebe oder machtbesessener Despoten.
Völlig arglos, am Stammplatz in seinem Lieblingscafé, konstruiert der Familienvater und Systemadministrator seine originellen Kurzgeschichten, die mit ihren unvorhergesehenen Wendungen beim Leser eben unterschiedliche Stimmungen der Gefühlsskala auslösen. Der Trubel im Groß-Umstädter Café Journal inspiriert den passionierten Schreiber, der stundenlang auf seinem Laptop arbeitet, aber auch die spontane Konversation mit Gästen und Personal liebt. Als Ideenschmiede entpuppt sich auch ein besonders heißer Ort: die Sauna. 70 Kurzgeschichten sind auf diese Weise in den vergangenen Monaten entstanden. Die Auswahl, welche „Shorts“ letztlich veröffentlicht wurden, trafen sieben „Probeleser“. Die Top 28 der Lesergemeinde erschien nun als Sampler im Rediroma Verlag und ist unter anderem im Zimmerner Buchladen erhältlich.

Rautenbergs Autorenambitionen entfalten sich also weder im stillen Kämmerlein, noch empfiehlt er das Lesen seiner Lektüre als isolierten Prozess. Kommunikation entlohnt den Schaffensprozess des Schreibens – den Erlös seiner Bücher stiftet Rautenberg sozialen Zwecken. Nachdem das Tierheim in Münster vom materiellen Erfolg des ersten Romans „Unkontrollierbare Sprünge“ profitierte, sollen die Einnahmen der Kurzgeschichten dem St. Josephs Haus in Klein-Zimmern gestiftet werden. Erneut illustrierte der Münsterer Freund Chris Götte das jüngste Werk Rautenbergs – ebenfalls unentgeldlich.

Schnörkellose Schreibe für dosierten Lesegenuss

Die prägnante, schnörkellose Schreibe Rautenbergs entfacht bereits beim Lesen ein tolles Tempo. Dennoch sind die faszinierenden Kurzgeschichten nicht für den schnellen Konsum gedacht, sondern zum „dosierten“ Genuss. Jeden Tag nur eine, so die Empfehlung des Autors.

Mit seinem Erstling, einem Science Fiction-Roman gelang ihm sogar eine Platzierung unter den Top 100 der Science Fiction Bücher bei Amazon. Auf den neusten Roman dürfen Fans daher bereits gespannt sein.

„Verzweigt“ entführt seine Leser erneut in die Zukunft – widmet sich im Kern jedoch wieder emotionalen Beziehungsgeflechten. Wem der Erscheinungstermin Anfang 2012 zu weit entfernt scheint, der mag sich zunächst mit einer Lesung trösten, etwa am 22. Oktober bei den Zimmerner Bücherwürmern oder aber beim persönlichen Gespräch mit dem Autor in seinem Lieblingslokal eine inspirierende Unterhaltungen führen. Rautenbergs Hobby mag sogar ansteckend wirken: „Schreiben ist faszinierend. Man hat nur einen Stift und einen Block – und kann alles erschaffen“, schließt er begeistert.

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