Lachkrampf als lebendige Tote

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Gestik und Mimik wird geschult und hier von der Gruppe „Lampenfieber“ wirkungsvoll in Szene gesetzt.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für das Spielen eines Theaterstückes. Dieser Tatsache sind sich die Laienschauspieler der neuen Gruppe „Lampenfieber“ bewusst und deshalb tasten sie sich langsam an das Schauspielern heran. Sprechübungen werden gemacht, aber auch Mimik und Gestik auf Trab gebracht.

Es ist jetzt schon fast 21 Uhr, dennoch machen wir uns noch mal richtig wach“, so die Anweisung von Diana Schmitt, die das Häuflein von rund zehn Theaterbegeisterten ein bisschen anleitet. Der ganze Körper wird abgeklopft und dann bewegen sich die Darsteller wie die Roboter durch den oberen Saal im Glöckelchen.

Das Leben ist ernst genug“, sagt Volker Altmann. „Ich will spielen, weil ich die Abwechslung suche und gerne in verschiedene Rollen schlüpfe.“Birgit Eisenlöffel will einmal ganz hautnah und in allen Facetten sehen, wie ein Stück tatsächlich auf der Bühne umgesetzt wird. Sie gehört zu den drei Frauen, die den Kriminalroman von Sarah Strohmeyer „Mord war erst der Anfang“, für die Bühne umschreiben. Dabei tauchen Fragen auf wie: „Welche Charaktere des Buches sind unverzichtbar?“ oder „welche Szenen können weggelassen werden, ohne das die Handlung unverständlich würde?“

„Kein Volkstheaterstück und auch keinen Mundartschwank“

Wer der Theatergruppe mit Räumlichkeiten oder der eigenen Spielfreude aushelfen möchte, kann sich bei Diana Schmitt melden, unter: 0160/94661835.

Die erste Szene haben die Drehbuchautorinnen Eisenlöffel, Schmitt und Dorothee Pachale schon aufs Papier gebracht, der Rest wird wohl noch ein wenig dauern. Üben können die Schauspieler trotzdem schon jetzt bei jedem Treffen, von Probe kann man allerdings noch nicht so richtig sprechen. Neben diesem ersten haben sich die Schauspieler bereits ein weiteres Stück ausgesucht: „Der Snob“ von Carl Sternheim lesen sie mit verschiedenen Rollen. Die Komödie aus dem frühen 20. Jahrhundert hat zwar absolut nichts mit einem Krimi gemein, aber die Zimmerner Theatergruppe übt mit diesen Texten für eine bessere Aussprache. „Wir wollten kein Volkstheaterstück spielen und auch keinen Mundartschwank“, erklärt Altmann. „Manche von uns können den heimischen Dialekt gar nicht.“ Andere haben hingegen ein wenig Schwierigkeiten mit dem ganz korrekten Hochdeutsch.

Im Sommer dieses Jahres hat sich die Gruppe auf Anregung von Schmitt gefunden. Die junge Zugereiste hat schon in Berlin in einer Theatergruppe mitgespielt. Noch sind auch die Rollen der künftigen Darsteller nicht festgelegt. „Wir schauen, zu wem welcher Part passen könnte“, erklärt Schmitt.

Neueinsteiger werden gesucht

Neben der richtigen Aussprache, wird natürlich auch an Mimik und Gestik gearbeitet. Neben dem Warmmachen werden zur Freude aller auch schon mal kurze Szenen geübt. Alle erinnern sich gerne an die lachende Leiche auf der Bühne. Schmitt konnte sich nämlich als lebendige Tote das Lachen nicht verkneifen, als sie die Gesichter ihrer Kollegen um sich sah. Ein paar zusätzliche Schauspieler könnte „Lampenfieber“ noch brauchen, vor allen Dingen über männliche Darsteller würde sich die Truppe freuen. Bis jetzt sind nämlich neben neun Frauen nur drei Herren vertreten.

Da weder das Stück fertig geschrieben ist, noch die Rollen verteilt sind, gibt es für neu Hinzukommende keinerlei Probleme einzusteigen. Jeden zweiten Dienstag treffen sich die Akteure derzeit. Vor der ersten Aufführung, die wohl erst im Herbst 2011 auf die Bühne kommt, werden die Proben wohl etwas häufiger sein. Einen Übungsraum sucht Lampenfieber ebenfalls. „Im Moment sind wir sehr dankbar, dass wir den Saal im Glöckelchen nutzen dürfen, aber wenn wir dann mal mit Kulissen üben müssen, ist die Bühne wohl zu klein“, sagt Schmitt.

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