Landesehrenbrief für Dr. Manfred Göbel

„Ehrenamt macht Spaß, man kann etwas geben“

+
Strahlendes Lächeln: Manfred Göbel bei der Ehrung, im Bild mit Sohn Andreas.

Groß-Zimmern - Eine besondere Überraschung gab es am Samstagabend für Dr. Manfred Göbel.

Der beliebte Zimmerner Heimatforscher, Pädagoge und Leiter der katholischen Edith-Stein-Schule in Darmstadt, hatte zur Feier seines 60. Geburtstages ins Pfarrzentrum eingeladen und als eine Art Vorspeise verlieh ihm Dieter Emig den Ehrenbrief des Landes Hessen.  „Ich freue mich ganz besonders, dass ich dies tun darf, und dass es einen Mann betrifft, mit dem ich über viele Jahre eng zusammengearbeitet habe und mit dem mich persönlich viel verbindet“, betonte der ehemalige Zimmerner Bürgermeister, der in seiner Funktion als Kreisbeigeordneter ein weiteres Mal vor Rathauschef Achim Grimm an der Reihe war. Auch Grimm dankte fürs Engagement, erinnerte an Gemeinsamkeiten und lange Abende bei der „Kaiser-Anna“.

Manfred Göbel hat sich nicht in einem Verein oder einer Gruppe über viele Jahre engagiert hat, sondern an vielen Stellen, wo ehrenamtliches Engagement gefragt war. Am 28. Januar 1954 geboren, wuchs er in einem familiären Umfeld auf, in dem Engagement eine alltägliche Selbstverständlichkeit war. Seine ersten Spuren hat er in der Katholischen Jungen Gemeinde, deren Gründer und Leiter er war, der Deutschen Wanderjugend und bei den Jungsozialisten hinterlassen. Er war über viele Jahre Mitglied im Pfarrgemeinderat und in der Gemeindevertretung, war neun Jahre Vorsitzender der Ortsgruppe des Odenwaldklubs (OWK) und als Kulturwart weitere 15 Jahre Mitglied des OWK-Vorstandes. Nebenbei hat er die Geschichte der Ortsgruppe in vorbildlicher Weise aufgearbeitet und dokumentiert.

Aber damit nicht genug. Von der Gründung 1997 bis 2012 war Göbel Vorsitzender des „Glöckelchen-Vereins“ und als solcher auch Ideen-Kraftwerk fürs Kulturzentrum, das vielen als „Herz von Zimmern“ gilt. „Das war eine Aufgabe so ganz nach seinem Geschmack“, kommentierte Emig. Göbel heckte für das das Programm immer wieder neue Ideen aus, organisierte Veranstaltungen, hielt selbst Vorträge und bereicherte am Ende eines jeden Jahres die Dankeschön-Veranstaltung mit „Zimmerner Archivalien“. Immer wieder hat er Menschen zusammengebracht, um aktuelle oder historische Probleme der Gemeinde zu diskutieren und damit ein Stück öffentlichen Diskurs organisiert, „etwas ganz Wichtiges in einer Demokratie“, so Emig. Bei den Publikationen über die Geschichte Groß-Zimmerns steht der Name Manfred Göbel gefühlt auf über 90 Prozent aller Titelblätter und wie selbstverständlich führt er auch den Vorsitz des 2009 gegründeten Orgelfördervereins St. Bartholomäus. Göbel ist auch Motor und Takt- und Ideengeber der „Zimmerner Leit“, die seit 1999 mit 14 bemerkenswerten lokalpatriotischen Fastnachtsauftritten so manchen Dieburger das Fürchten und viele Zimmerner das Lachen gelehrt haben. Groß-Zimmerns Geschichte und Kultur sind für ihn Kopf- und Herzensangelegenheit. Die Feinheiten des Dialekts beherrscht er meisterhaft und seine Reden sind von legendärer Brillianz. „Sein trockener Humor ist oft so hintergründig, dass manche erst zu Lachen anfangen, wenn er schon den Saal verlassen hat“, beschrieb Emig und erntete verständiges Lachen.

„Ohne die Unterstützung und Hilfe der Partnerin und der Familie ist ehrenamtliches Engagement nicht denkbar“, sagte Emig weiter. Deshalb gehe „auch ein großes Dankeschön an Ehefrau Christa und die drei wackeren Recken, die immer helfen, wenn man sie braucht.“ Gerührt ergriff Göbel nach der langen, aber keineswegs langweiligen Laudatio das Wort. „Das Ehrenamt macht Spaß und das Grundgefühl, Mitglied in einem gemeinwesen zu sein, kann einem etwas geben“, begründete er und begrüßte dann erst einmal seine Gäste. Die waren nach heiterer Spielerlaune wie im „Café international“ an Achtertischen mit übergreifenden Beziehungen platziert und boten im Verlauf des Abends viele unterhaltsame Einblicke in ihr gemeinsames Leben mit Göbel. 

guf

Kommentare