Landwirte hoffen auf Sonne

Den Zuckerrüben hat das feuchte Wetter gut getan, sie sind prächtig gediehen, wie Jörg Dressel zeigt.   J Fotos: Bernauer

Groß-Zimmern - So manchem schlägt das „Sommerwetter“ aufs Gemüt. Immer wieder heftiger Regen und wenn man mal nicht von oben nass wird, hängen zumindest dunkle Wolken am Himmel. Was bei den einen die Ferienstimmung trübt, ist für andere mehr als nur eine Unannehmlichkeit. Von Ulrike Bernauer

Landwirte wünschen sich dringend mehr Sonnenschein. Der Raps zum Beispiel ist erntereif. Um ihn einzubringen bräuchten die Bauern endlich einmal zwei bis drei trockene und warme Tage. Landwirt Jörg Dressel bringt das Problem auf den Punkt: „Beim Raps öffnen sich bald die Schoten und die Samen, die geerntet werden könnten, rieseln auf den Boden. Hier wird es also einen Minderertrag geben.“

Dressel hat Glück, er hat keinen Raps und seine Weizenfelder können noch ein paar Tage reifen. „Aber wenn das Wetter weiterhin so bleibt, ist auch beim Getreide mit großen Ausfällen zu rechnen.“

Kartoffelkraut abschlagen

Anders sieht es noch bei den Kartoffeln aus, der Hauptkultur von Dressel. Denen tat die Feuchtigkeit eher gut, obwohl es auch für die Erdäpfel etwas trockener sein müsste. Das Kartoffelkraut bekommt durch die Nässe Phytophthora, eine Pilzkrankheit, die erhebliche Schäden verursachen kann.

„Wir werden in den nächsten Tagen das Kartoffelkraut abschlagen, denn die Knollen müssen nicht noch größer werden. Sie müssen jetzt nur noch im Boden reifen“, sagt Dressel.

Sorgen bereitet dem Zimmerner Landwirt auch die Krankheit Erwinia oder Schwarzbeinigkeit, die sich nicht nur auf die Pflanze sondern auch auf die Lagerfähigkeit der Erdknollen auswirken kann. Bei Zuckerrüben und Mais hingegen erwartet Dressel eine Rekordernte. „Der Mais profitiert von dem warmen und feuchten Wetter und die Rüben stehen auch prächtig da.“

Große Schwierigkeiten mit der Heuernte

Zum Beweis zieht er eine aus dem Boden. Die Rübe ist bereits jetzt so groß wie sonst erst kurz vor der Ernte. Allerdings macht ihren mächtigen Blättern die viele Feuchtigkeit nun auch zu schaffen. „Eigentlich müssten wir spritzen, aber dazu müsste es trocken und windstill sein“, so Dressel. Bedingungen, die es in den letzten Tagen oder sogar Wochen nicht gab. Viele Landwirte haben große Schwierigkeiten mit der Heuernte, denn auch hier muss es einfach mal ein paar Tage trocken sein.

Der Groß-Zimmerner Bauer Dieter Krauss hatte Glück. Er hat die erste Heuernte schon in der Scheune liegen. „Ich habe sehr früh angefangen und immer nur kleine Flächen gemäht. Deshalb habe ich den ersten Schnitt ohne Verluste eingebracht.“ Für Kraus ist das Wetter noch günstig, denn inzwischen wächst das Gras schon wieder prächtig und so kann er sich auf einen guten zweiten Schnitt freuen.

Landwirte können hoffen

Für Landwirte, die nicht so früh mit der Ernte begonnen haben, sieht es aktuell hingegen schlechter aus. Durch den Regen fällt das Gras um und kann nur noch schlecht geerntet und getrocknet werden. Auch Krauss wünscht sich regenfreie Sonnentage, denn die Wintergerste ist reif. „Wenn wir die Gerste weiterhin nicht ernten können, knicken Ähren um und wir haben einen schlechten Ertrag“, befürchtet er.

„Noch ist nicht viel passiert, aber wenn das Wetter in den nächsten acht Tagen nicht besser wird, schwindet beim Weizen die Qualität und er eignet sich nur noch als Futterweizen.“Dem aktuellen Wetterbericht zufolge können die Landwirte nun hoffen. Ab dem Wochenende soll es endlich Sommer werden.

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