Langsam rollt der Rollator

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Sicher „on tour“ im Straßenverkehr. Oberkommissar Ralf Drexelius und seine Schützlinge meisterten die Gefahren der viel befahrenen Zimmerner Hauptstraße.

Groß-Zimmern - (ula) Ein Falschparker blockiert den Gehweg, sodass die Neunzigjährige mit ihrem Rollator tapfer auf die Straße ausweicht. Doch Fußgängerampel springt schon wieder auf Rot, während die Rentnerin gerade einmal bis zur Straßenmitte marschiert ist.

Für ältere Menschen birgt ein einfacher Einkauf oder Spaziergang in Groß-Zimmern durchaus Stresspotential. Zumal viele von ihnen nicht mehr so gut zu Fuß und deshalb auf Gehhilfen wie den Rollator angewiesen sind.

Ich gehe jeden Tag eine Stunde spazieren“, erklärt Margarete Degrei. Die 90-jährige Bewohnerin des Mehrgenerationenhauses im Otzbergring hat diesmal einen starken Partner zur Seite: Oberkommissar Ralf Drexelius von der Dieburger Verkehrswacht ist mit von Partie. Sechs ältere Damen betreut der Ordnungshüter auf ihrem Weg durch die Ortsmitte. Ganz pragmatisch soll die Verkehrserziehung so fruchten, um Senioren mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu bieten. „Verunglückte Fußgänger sind überwiegend Senioren über 60 Jahre“, berichtet der Experte aus Erfahrung. Ältere Menschen sind in Reaktionsfähigkeit und Wahrnehmung oft eingeschränkt. Die Verkehrssituation, gerade während der „Rush-Hour“ bedeutet für sie oft eine Reizüberflutung und löst Ängste aus.

Vor diesem Hintergrund veranlasste das Büro für Senioren und Sozialplanung des Landkreises in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht eine Serie von Veranstaltungen, die als Hilfestellung für ältere Verkehrsteilnehmer dienen soll. Senioren als Fußgänger, Radfahrer oder hinter dem Steuer werden auf diese Weise im Alter noch einmal geschult, um sicher alle Gefahren im Straßenverkehr zu meistern.

Ich hoffe, dass dieses Pilotprojekt 'Ältere Menschen sicher im öffentlichen Raum' auch in anderen Kommunen Schule macht“, sagte Angelika Seidler, Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Die vier Seniorenbeauftragten des Landkreises werden über die spezifischen Erfahrungen in Groß-Zimmern informiert , um dann andernorts für das Modell zu werben. Polizei-Oberkommissar Drexelius ist dabei gerne einfühlsam und hilfreich mit von Partie. Die Unterstützung des Experten kann bei der Polizei unter Tel: 06071/1285 angefordert werden.

Verkehrserziehung sei in der Jugend ebenso aber auch im Alter notwendig, brachte es Seidler auf den Punkt. Sie kann sich daher auch eine Veranstaltung vorstellen, in der Kinder und Senioren gemeinsam losziehen und voneinander lernen. Alten- und Jugendarbeit zu vernetzen, sei ja auch Idee des Mehrgenerationenhauses, so die Leiterin. „Wir wollen Begegnungen schaffen.“ Mit dem „einander helfen und unter die Arme greifen“ könnte sich gerade beim Bewältigen kniffliger Situationen im Straßenverkehr ein fruchtbares Miteinander der Generationen entwickeln.

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