Lesenacht im Jugendzentrum

Genuss für Eltern und Kinder

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Bei dieser Gruppe war der Spaß vorprogrammiert: die Übernachtungsgäste der langen Lesenacht im Jugendzentrum.

Gross-Zimmern - Sobald sich Nachwuchs einstellt, fallen abendliche Freizeitvergnügen für die meisten Paare – nun Eltern - flach. Statt Kino, Candle-Light-Diner oder Partyvergnügen gestalten sich die Abende am Wochenende eher auf dem heimischen Sofa. Von Ursula Friedrich 

Das Angebot der Kinder - und Jugendförderung, die lange Lesenacht, feiern Eltern daher ebenso, wie die Kinder. Punkt 18 Uhr wurden 25 Sprößlinge, überwiegend im Grundschulalter, am Samstag im Jugendzentrum angeliefert und erst tags darauf wieder eingesammelt. Die Betreuer hatten ein tolles Programm zusammengestellt, ganz klar, Langeweile sollte hier nicht aufkommen.

„Bei unserer Lesenacht im Winter haben die ersten Kinder schon kurz nach 21 Uhr geschnarcht“, erinnerte sich Simone Herbert, die auch dieses Mal vorlas, nachdem sich zwei Dutzend Kinder auf ihren Mattentratzenlagern gemütlich eingerichtet hatten.

Zuvor ging es beim Fußball hoch her, spannend bei der Nachtwanderung und konzentriert beim Basteln der Lesenacht-Maskottchen: munterer Pinguine. Sie waren die Helden der späteren Lesung im Kinderroman „Pingu-Power“. Wem dieser Einstieg nicht reichte, der durfte anschließend weiter schmökern, mit der Taschenlampe unter der Decke.

Zweimal im Jahr wird die Lesenacht angeboten

„Ich habe die drei Fragzeichen dabei“, erzählte Lukas. Giuliana (7) hatte ein Einhornbuch mitgebracht, in das auch Bettnachbarin Stella (6) mit reingzuckte, sie hatte vor lauter Aufregung den Schmöker zu Hause vergessen. „Ich habe auch mein Buch liegenlassen“, berichtete Svenja, ein häufiger Gast bei Lesenächten. „Die machen das hier so toll!“, schwärmte sie.

Das Lesenacht-Konzept hat durch den Bezug zum Buch zwar pädagogisch wertvollen Charakter, doch unterm Strich soll es einfach Spaß machen, ob vom Pizza essen bis zur Kissenschlacht. Zweimal im Jahr wird die Lesenacht angeboten. Eine tolle Alternative für Kinder, deren Eltern wieder einmal ausgehen möchten und sonst den Babysitter buchen müssten. „Diesmal haben unter anderem drei Elternpaare das Angebot besonders dankbar angenommen, die zugezogen sind und hier weder Tanten noch Oma haben haben“, sagte Herbert.

Pudelwohl fühlte sich auch Praktikantin Nazdar Secen. „Für mich ist das ein schöner Abschluss“, sagte die Albert-Schweitzer-Schülerin an ihrem letzten Praktikumstag begeistert. sie ist nun sicher, dass sie einen pädagogischen Beruf anstreben will, „allerdings würde ich lieber mit behinderten Kinder arbeiten.“

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