Oma liest im Hühnerstall

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Bevor Omas Lesesessel auf dem Birkenhof besetzt wurde, schauten sich die Kinder und Eltern den großen Hühnerstall und das Außengehege in Klein-Zimmern erst einmal genau an.

Klein-Zimmern - Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Diese Frage bewegt nicht nur Vorleserin Ina Drewitz, sondern auch die kleine Henne. Von Ulrike Bernauer

Und natürlich auch die vielen Kinder und Eltern, die zum Birkenhof gekommen sind, um die Geschichte von der kleinen Henne zu hörenund zugleich tausende Hennen zu sehen. Bevor Ira Drewitz und Karin Göttmann am Freitag in Omas Lesesessel Platz nehmen, erzählt Simone Schaffer, die mit Ehemann Thomas Schaffer den Birkenhof betreibt, den Teilnehmern einiges über das Leben der 12.000 Hühner, die in Klein-Zimmern leben. So manches Kind mag den Erklärungen von Schaffer allerdings nicht lauschen, viel interessanter sind die gackernden Hühner, die sich neugierig hinterm Zaun an der Stelle drängeln, an der die Lesegruppe Halt gemacht hat.

Die Hennen freuen sich über Grashalme, die die Kinder durch das Gitter stecken, denn dort, wo sich tagtäglich viele Hühner aufhalten, wächst kein Gräs mehr. An den Stellen, an denen sich in dem Riesen-Freigehege noch viel Grün befindet, hält sich andererseits kaum Geflügel auf. „Die Hühner haben Angst vor Greifvögeln“, erklärt Schaffer und weist auf die neu gepflanzte Hecke und die Unterstände hin. Die dienen nicht nur dem Schutz vor Hitze im Sommer, sondern bieten auch Schutz vor räuberischen Angriffen aus der Luft. Die größeren Kinder hören interessiert zu, als der Tagesablauf der Hühner geschildert wird. Die stehen mit dem ersten Tageslicht auf, im Sommer also sehr viel früher als im Winter. Die Tore für den Auslauf werden allerdings erst um 10 Uhr geöffnet. Vorher sollen die Hühner nicht nur fressen, sondern vor allen Dingen auch Eier legen, wie der Mitbetreiber des landwirtschaftlichen Betriebes Norman Jaensch erklärt. Denn Eier, die draußen gelegt werden, bleiben dort liegen.

Wie die Eier eingesammelt und verpackt werden, interessiert die Teilnehmer natürlich auch. Bereits im Stall fallen sie auf ein Fließband und werden so in eine Halle transportiert, in der sie nicht nur gestempelt, sondern auch verpackt werden. Mit großen Augen betrachten die Kinder die Anlage und stellen viele Fragen.

Anschließend lauschen sie in einer großen Scheune, in der Bänke bereitstehen, der Geschichte „die kleine Henne“ von Kinderbuchautorin Kirsten Boie. Ira Drewitz und Karin Göttmann lesen, wie die kleine Henne von ihrem Bauernhof auszieht, weil sie die große Welt sehen und die Frage beantwortet haben will, wer denn nun zuerst da war. „Natürlich das Huhn“, einigt sie sich mit dem Hahn, den sie unterwegs kennenlernt. Über den Haufen geworfen wird diese Erkenntnis, als die beiden Eltern werden. Das Kücken meint ganz selbstverständlich, „natürlich war das Ei zuerst da, schließlich bin ich aus ihm geschlüpft.“ Die Frage, wer zuerst da war, wird auch an diesem Abend nicht hinreichend geklärt, den Kindern und ihren Eltern hat die Lesung auf dem Bauernhof auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

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