Lesung in Kirche unterstützt Kinderheim

Ernste und heitere Texte mit Bildern

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Von Begegnungen zwischen Menschen und Büchern handelte die Veranstaltung des Autors Hans-Josef Rautenberg, der als Talkgäste auch Astrid Petersen und Edith Hornung einlud.

Groß-Zimmern - Kein Medium fördert die Phantasie derart, wie Bücher. Hans-Josef Rautenberg schöpft diese Erkenntnis aus zweierlei Perspektiven. Jener als begeisterter Leser, und der als Autor. Von Ursula Friedrich 

Am Freitagabend gestaltete der Klein-Zimmerner mit der „Begegnung von Büchern und Menschen“ eine ungewöhnliche Lesung in der evangelischen Kirche.

Es war ein Werbefeldzug für den schier unerschöpflichen gedruckten Schatz. In einem Mix aus Literaturlesung, Talkshow, biografischen Erzählungen sowie multimedialer Audio- und Tonshow warben der Autor und seine Gäste für den literarischen Kosmos, das Buch.

„Mit nur 30 Buchstaben kann man phantastische Welten erschaffen, die man sich kaum vorstellen kann“, für Hans-Josef Rautenberg gleicht dieser Umstand einem Wunder.

Der Autor, der bereits als Kind gerne textete, das Talent Jahrzehntelang auf Eis legte, um dann Science-Fiction-Romane und Kurzgeschichten zu schreiben, inszenierte jetzt eine zweite Lesung in der Kirche.Im vergangenen Jahr begann bereits die Veranstaltungsreihe, die auch 2015 unter dem Stichwort „Spiegel“ fortgesetzt werden soll. Für den literarischen Vortrag war diesmal die Schauspielerin Sabrina Faber mit an Bord.

Einzelschicksale verknüpft

Ein Patchworkmuster großer Klassiker der Literaturgeschichte, von Tolstois „Krieg und Frieden“ bis zu Franz Kafkas „Schloss“ und selbst „Tom Sawyer“ wurden im gemeinsamen Vortrag zu einem Einzelschicksal verwoben: Das des Bibliothekars aus dem Kosovo, der im Bürgerkrieg den größten Schatz seines Daseins verliert, die öffentliche Bibliothek („Seine Bücher waren wie seine Kinder.“)

Der Autodidakt Rautenberg, der seine Inspirationen vor allem dem aufmerksamen Ohr verdankt, das unermüdlich Lebensgeschichten und Erlebnissen seiner Mitmenschen lauscht, lud die Aschaffenburgerin Astrid Petersen ein, zu erzählen.

Sie, die niemals russische Bücher angerührt hatte, verliebte sich in einen Russen und versuchte über das Studium der großen Autoren des Landes die Seele des Volks zu erfassen.

Schließlich mündete der Abend in ein Interview mit einer Zeitgenossin, die unter Trennungsängsten leidet.

Weil es kein Buch verdient hat, weggeschmissen zu werden, hütet Edith Hornung, Leiterin der Zimmerner Gemeindebücherei, auch ältere Exemplare akribisch. Und sie freut sich über jeden, der in ihr Reich zum Schmökern kommt.

Shortstory von Rautenberg

Die kostenfreie Veranstaltung würzte Rautenberg mit vielen Ideen, die dennoch ein paar Einnahmen brachten. Seine Shortstorys kopierte der Klein-Zimmerner auf einzelne Blätter, die so mühelos in Hosen- oder Handtaschen Platz finden, und unterwegs gelesen werden können.

Die dafür eingegangenen Spenden werden - wie immer bei seinen Lesungen - einem sozialen Zweck gestiftet.

Diesmal wandert das Geld mit Pfarrer Michael Fornoff sogar bis nach Tansania, wo es der evangelische Geistliche demnächst persönlich einem Kinderheim in Moshi überbringen wird.

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