Letzte Ruhe unter einer Buche finden

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Gemeinde bietet künftig auf dem Friedhof auch Baumgrabstätten an.

Groß-Zimmern - Auf dem Gemeindefriedhof wurde das Spektrum an Bestattungsvarianten um eine weitere Beisetzungsmöglichkeit erweitert. Als letzte Ruhestätte für Verstorbene kann künftig auch eine Baumgrabstätte für die Urnenbeisetzung gewählt werden. Von Ursula Friedrich

In der Abteilung G des Friedhofs wurde bereits vor zwei Jahren eine Buche gepflanzt, die nun tüchtig wachsen soll, um mit mächtigen Äste die Gräber zu beschatten.

Bis zu 144 Urnen können im neuen Baumgrabareal beigesetzt werden. Der Gemeindevorstand ließ nun bei einem örtliche Steinmetz zwei Stelen in Auftrag geben. Kostenpunkt: 3 100 Euro. Die zwei Meter hohen Grabstelen werden die gravierten Namensschilder Verstorbener tragen. Bereits bevor die Stelen im August eintreffen, sind Bestattungen im Baumgrab möglich.

Bundesweiter Trend

Seit vielen Jahren geht der Trend bundesweit – aber auch in der Gersprenzgemeinde – zur Urne. Um der Nachfrage gerecht zu werden, sind in den Urnenwänden auf dem Groß-Zimmerner Friedhof allein 700 Wandnischen angelegt. 570 Nischen sind bereits besetzt.

Die Urnenbeisetzung ist deutlich preiswerter als die klassische Erdbestattung. Die Beisetzung im Urnengrab kostet seit 1. April diesen Jahres im Wiesen- oder Baumgrab oder einem Urnenreihengrab etwa 1 200 Euro.

Diese Kosten beeinhalten das Nutzungsrecht an der Grabstelle (20 Jahre), die Beisetzung von Ascheresten, Trauerfeier und Trägerlohn. Im Falle einer Erdbestattung müssen Hinterbliebene für ein Einzelgrab mit gleichen Leistungen 1 600 Euro zahlen, sowie ein Honorar für Steinmetzarbeiten (Grabeinfassung/Grabstein).

Gebühren wurden angehoben

Ob Sarg oder Urne - die Kosten für den Bestatter kommen in beiden Varianten noch hinzu.

Um die Kosten für den Friedhof annähernd ausgeglichen zu gestalten, wurden die Gebühren kürzlich auf die genannten Beträge angehoben.

Hintergrund der Gebührenanhebung ist das hohe Defizit im Haushalt. 132 .000 Euro Einnahmen stehen 177.000 Euro Ausgaben im Friedhofsgebührenhaushalt gegenüber.

Für die Angehörigen der Verstorbenen enfällt beim Baumgrab die zeitintensive Pflege eines Grabes völlig. Die letzte Ruhestätte unter den Ästen der Buche ist von einer Wiese überwachsen. Und die wird vom Friedhofspersonal gemäht.

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