Letzter Akt als Ministerin vor Ort

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Bürgermeister Grimm überreicht der Ministerin zum Abschied einen Spezialitäten-Korb mit dem besten, was Zimmern zu bieten hat.

Groß-Zimmern (guf) ‐Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger (41) verabschiedet sich Ende des Monats aus dem Kabinett. Zu ihrer letzten Amtshandlung im eigenen Wahlkreis kam sie am Donnerstag nach Groß-Zimmern. „Ich komme immer sehr gerne hier her. Das Schlussprojekt 'Messeler Hügelland' liegt mir besonders am Herzen und ich bin sehr froh, dass ich es noch auf den Weg bringen konnte“, sagte die CDU-Politikerin dem Lokal-Anzeiger.

Sehr oft war sie in Zimmern zu Gast, unterstützte besonders Projekte wie die „Soziale Stadt“, das Mehrgenerationenhaus und zuletzt als Umweltministerin auch die Waldschule. Zum Abschied bedachte sie diese sogar noch einmal mit 500 Euro.

Gerührt dankte Bürgermeister Achim Grimm der Ministerin auch im Namen der Parteikollegen und überreichte ihr einen Korb voller Zimmerner Spezialitäten. Eine andere Zimmerner Spezialität, die Kerb, wird Lautenschläger in diesem Jahr nicht besuchen. „Neben dem Amtsabschied nehme ich auch Abschied von meiner 14-jährigen Tochter, die für ein Jahr nach Kanada geht. Die Familie ist manchmal einfach wichtiger“, erklärt sie.

Neugier als wesentliche Triebfeder

Bei dem Termin in der Waldschule drückten viele ihr Bedauern darüber aus, künftig nicht mehr mit ihr zusammen zu arbeiten. Fortsamtsleiter Helmut Seitel berichtete gar von Tränen bei Kollegen.

Die Entscheidung für ihren Abschied sei wesentlich auch vom Abschied des Ministerpräsidenten Roland Koch beeinflusst worden. Ihr Politikstil habe gut mit seinem zusammengepasst, „das war eine schöne Zeit“. Lautenschläger betonte, dass sie das Kabinett mit einem Gefühl der Zufriedenheit verlasse. „Ich war damals die Jüngste, als ich kam und ich gehe immer noch als Jüngste.“ Die Neugier sei für sie immer eine wesentliche Triebfeder und nun wolle sie gerne einmal etwas anderes machen.

„Ein Wechsel in die Wirtschaft ist möglich“

In einer Woche scheidet die 41-Jährige mit Koch und Finanzminister Karlheinz Weimar aus der Landesregierung aus. „Ich bin ja nicht ganz weg. Mein Landtagsmandat werde ich weiterhin behalten“, sagte sie.

Was sie in Zukunft beruflich machen wird, stehe noch nicht fest. „Ich lasse es auf mich zukommen. Ein Wechsel in die Wirtschaft ist durchaus möglich.“ Zur ihrer Amtszeit sagte sie: „Wir haben viel auf den Weg gebracht.“ Besonders stolz sei sie auf die Verabschiedung des Energiekonzepts 2020. Überzeugt sei sie, dass Hessen bei künftigen Studien zum Ausbau erneuerbarer Energien um einiges besser abschneiden wird. Ziel ist es, bis 2020 insgesamt 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

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