„Lücken“ zwischen Menschen schließen

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Die Band „Funkfragen“ aus Dieburg spielte im JuZ.

Groß-Zimmern ‐ „Es ist uns ein Anliegen, dass die Bands am Ende des Abends zufrieden nach Hause gehen – denn ohne Musiker könnten wir ja keine Konzerte veranstalten“, sagt Thomas Blank. Von Jens Dörr

Insofern dürfte der zweite Vorsitzende des bald auch offiziell eingetragenen Vereins „Das offene Wohnzimmer“ am Ende des vergangenen Samstagabends ebenfalls zufrieden gewesen sein: Rund 80 Personen kamen ins Jugendzentrum (JuZ), wo der Verein sein erstes Themenkonzert unter dem Titel „100% Deutsch“ veranstaltete. „50 Besucher wären okay, mehr als 100 toll“, hatte Blank gegenüber dem LA erklärt, als das JuZ seine Tore gerade geöffnete und die ersten Musik-Fans den Eingang passierten.

Mehr als 100 Gäste zu einem Konzert zu bringen, sei in der hiesigen Region schon ein Kunststück, da es stets ein großes Angebot an Konkurrenzveranstaltungen gebe, lautete die Erklärung.

Um die Masse ging es Blank mit seinen sieben Mitstreitern und weiteren Helfern – allesamt aus Groß-Zimmern – indes nicht in erster Linie.

Vielmehr bildete das Konzert mit den Bands „Funkfragen“ (Dieburg), „Funkhaus“ (Darmstadt) und „Immergrün“ (Darmstadt) den Auftakt für das Vorhaben des „offene Wohnzimmers“, in Zukunft in Groß-Zimmern die Kulturszene zu bereichern. „Die Idee für das offene Wohnzimmer entstand aus dem Bedürfnis heraus, ein alternatives Kulturangebot zu schaffen, das weit über die üblichen Veranstaltungen, Feste und Feiern hinausgeht“, erklären die Gründungsmitglieder. Ähnlich dem Wohnzimmer in einem gewöhnlichen Haus will der Verein einen Treffpunkt schaffen, an dem man Gemeinschaft ausleben kann.

Die Gründer sehen Groß-Zimmern als „Ort des sozialen Zusammenlebens, in dem die Einwohner ein persönlicheres Verhältnis zu den Mitmenschen entwickeln und sich verstärkt für die nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse einsetzen sollten“.

Der Beitrag Blanks und seiner Mitstreiter: Aktuell nutzen die jungen Menschen – meist um die 20 Jahre oder etwas älter - freie Räume, um ihre Veranstaltungen durchzuführen. Dies sei ein weiteres Aspekt, auf den man Wert lege: Ungenutzte Flächen sollen in das Stadtleben integriert, „Lücken“ zwischen Menschen geschlossen werden. Andere Jugendliche seien eingeladen, ihre Ideen für Veranstaltungen zu formulieren, Wünsche vorzubringen und sie mit der Hilfe des „Wohnzimmers“ durchzuführen. Die Veranstalter sehen sich dabei in der Rolle des „Gastgebers“. Somit biete das offene Wohnzimmer eine Plattform für Engagement seitens Jugendlicher und rufe diese auch auf, das Gemeinschaftsleben anders zu gestalten. Die Ziele seien jederzeit nicht-kommerzieller Natur, betonen die Mitglieder überdies.

Ein weit gestecktes Ziel sei es, irgendwann einen festen Raum für „Das offene Wohnzimmer“ zu haben, der Anlaufstelle für Jugendengagement und Jugendkultur in Groß-Zimmern sein sollte.

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