Luther ist wieder an seinem Platz

Dirk Venrath von der Firma Oidtmann setzt Luther wieder an seinen angestammten Platz.Foto: Bernauer

Groß-Zimmern - (bea) Nicht nur Luther hat seinen Platz in der evangelischen Kirche wiedergefunden. Alle Heiligen und christlichen Persönlichkeiten strahlen wieder von den Fenstern im Altarraum der Kirche. Nach rund zweiwöchigen Einbauarbeiten sitzen die rund 100 Jahre alten Jugendstilfenster wieder an ihrem angestammten Platz.

Ende letzten Jahres beschloss die Gemeinde, dass die teilweise verschmutzten und beschädigten Fenster saniert werden müssten. Am 19. Januar wurden sie ausgebaut und zur Firma Oidtmann nach Linnich im Rheinland transportiert, wo die Fenster gereinigt und die Schäden ausgebessert wurden. Die Traditionsfirma ist Spezialist für diese Art von Arbeiten und hat schon Glasmalereien aus der ganzen Welt restauriert.

Parallel zu den Sanierungsarbeiten an den Fenstern wurden Schutzfenster hergestellt. Diese sind aus farblosem Glas und schützen nun die farbenprächtigen Jugendstilfenster nicht nur vor den Unbilden der Witterung, sondern auch vor weiteren Beschädigungen.

Die Gottesdienstbesucher werden sich noch erinnern, erst saßen sie nach dem Ausbau der Fenster in einer dunkleren Kirche, weil die Fensterhöhlen durch Hartfaserplatten verschlossen waren. Dann kam eine Zeit der Lichtfülle, als die Hartfaserplatten durch die durchsichtige Schutzverglasungen ersetzt wurden. Jetzt sitzt Dirk Venrath, Mitarbeiter der Firma Oidtmann auf dem hohen Gerüst und passt die letzten Scheiben ein. Nur noch wenige Felder der hellen Schutzverglasung sind zu sehen. Die Reinigung und auch kleine Konstruktionsänderungen an den Fenstern, die dem besseren und leichteren Einbau dienen, wurden alle von Hand gemacht.

„Zwischen Schutzglas und Jugendstilfenstern ist ein Zwischenraum“, erklärt Dirk Venrath, „am unteren Rand schließen sie auch nicht genau mit dem Fensterrahmen ab“. Das dient der Luftzufuhr und der Abführung von Schwitzwasser, das in eine kleine Kieselschicht am unteren Rahmen fließt. Damit es in die Kirche nicht hineinzieht, ist von innen eine Verblendung eingeputzt. Eine Hürde haben die Fenster noch zu nehmen, die Prüfung des fachgerechten Einbaus durch den Denkmalschutz.

„Wir haben uns im Wesentlichen an den Kostenrahmen gehalten“, erklärt Pfarrer Michael Fornoff, „rund 1 000 Euro sind an Mehrkosten entstanden, weil die alten Schrauben nicht mehr zu verwenden waren“. Die Maßnahme hat rund 60 000 Euro gekostet. Dafür können die Gottesdienstbesucher sich nun am neuen Glanz der prächtigen Jugendstilfenster erfreuen.

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