Indische Schwestern wollen helfen, aber auch trommeln, musizieren und tanzen

„Mägde Mariens“

Schwester Rosily Thomas und Mariana Lakra gründeten den vierten deutschen Konvent der „Mägde Mariens“. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern (ula) - Die Gemeinde ist um zwei Bürgerinnen reicher: die Schwestern Rosily Thomas und Mariana Lakra vom Orden der „Mägde Mariens“ haben vor wenigen Tagen ihre Wohnung im Schwesternhaus der katholischen Kirchengemeinde in der Reinheimer Straße bezogen.

„Eine super tolle Wohnung“, erklärt Schwester Mariana begeistert, die mit Unterstützung der Gemeinde bereits ihre neue Heimat erkundete. „Die Leute sind hier sehr nett und freundlich“, ziehen die beiden Neubürgerinnen nach kurzer Zeit bereits Bilanz.

Die beiden Inderinnen kamen vor gut drei Jahren aus ihrer Heimat nach Deutschland. In Indien gehören sie zu 600 Schwestern, die in 68 Klöstern Gott und den Menschen dienen – in Deutschland leben ein rundes Dutzend von ihnen. In Groß-Zimmern wollen die beiden Nonnen nun den vierten deutschen Konvent gründen. „Wir haben uns um die Schwestern beworben“, sagt Waltraud Emich, Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderats. Vor einem Jahr kamen die Nonnen mit einer kleinen Delegation zu Besuch, die Oberin segnete das neue Projekt ab. Nun sind sie gekommen, um zu bleiben. „Wir sind überglücklich“, so Emich. Eine dritte Schwester wird noch erwartet. Sie soll jedoch erst bei einem Sprachkurs in Bonn deutsch lernen. Unterdessen wollen sich die beiden geistlichen Pioniere des Ordens eifrig ihren Aufgaben widmen. „Wir werden seelsorgerisch tätig sein, Krankenbetreuung, Küsterdienste und pastorale Aufgaben übernehmen sowie im katholischen Kindergarten arbeiten“, berichten sie . Wer ihre Herzlichkeit und Lebensfreude erlebt, ist rasch in Bann gezogen. „Ich spiele Keyboard, singe und tanze gerne“, plaudert Schwester Rosily, die viele Jahre als Lehrerin für Englisch und Mathematik tätig war. Schwester Mariana, gelernte Krankenschwester, genießt das Zusammensein mit Menschen und liebt das Trommeln.

„Wir haben in unserer Heimat alles zurückgelassen, um hier zu leben wie unter Brüdern und Schwestern“, erklärt Rosily Thomas. Und Mariana Lakra fügt an: „Es ist ein Dank an die deutschen Priester und Nonnen, die vor rund 100 Jahren kamen, den chistlichen Glauben lehrten und die Menschen in Indien unterstützten.“

Wie lange sie in Groß-Zimmern bleiben werden? Ob es drei Jahre oder drei Jahrzehnte werden, das entscheidet letztlich die Generaloberin des Ordens in Indien.

Am Dienstag, 9. August, wird ab 18 Uhr zur Begrüßung der beiden Frauen ein Festgottesdienst in der katholischen Kirche St. Bartholomäus gefeiert. Die anschließende Prozession führt zum Schwesternhaus in der Reinheimer Straße, wo Haus und Oratorium im Dachgeschoss eingesegnet werden sollen.

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