Nicht wie „Oma im Hühnerstall“

Mängellisten für Radfahr

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Beleuchtung, Rahmennummern und Klingel O.K? Polizeioberkommissarin Claudia Pfeil und Kollege Jörgen Waldeck bei der Verkehrskontrolle auf der Wilhelm-Leuschner-Straße.

Groß-Zimmern (ula) ‐ Kelle raus: „Bitte halten Sie doch mal an!“ Dieser Aufforderung der Polizeibeamtin folgten Radfahrer verwundert. Bei der Verkehrskontrolle auf der Wilhelm-Leuschner-Straße standen nicht Autofahrer sondern Pedaleure im Rampenlicht.

„Die dunkle Jahreszeit beginnt und die meisten Räder haben Defekte“, erläuterte Polizeioberkommissarin Claudia Pfeil die Hintergründe des Einsatzes. Mit sechs Beamten der Polizeistation Dieburg wurden kürzlich im Herzen Groß-Zimmerns Kontrollen durchgeführt. Hier fehlte ein Licht, dort die Reflektoren, an einem anderen Rad ging die Klingel nicht. Ein besonders sportlicher Verkehrsteilnehmer konnte weder das eine noch das andere vorweisen.

Ein „Knöllchen“ gab es jedoch nur in Ausnahmefällen. Mit einem Mängelzettel wurden die meisten Radler weitergeschickt, aufgefordert, ihr Bike auf Vordermann zu bringen und auf der Polizeistation vorstellig zu werden - zur eigenen Sicherheit.

„Tendenziell gehen die Unfälle mit Fahrrädern zurück“, so Polizeioberkommissar Hendrik Hövelmann. Dennoch gingen viele Fahrer zu leger mit den Sicherheitsstandards am eigenen Rad um. „Viele Fahrradunfälle geschehen im Herbst und Frühjahr aufgrund fehlender Beleuchtung.“

So leisteten die sechs Ordnungshüter viel Aufklärungsarbeit. Die Resonanz solcher Einsätze ist meist sehr positiv. „Besonders Jugendliche sind einsichtig und nehmen unsere Ratschläge gut an“, so Hövelmanns Bilanz.

Bei Kontrollen an Schulen stünden Kinder gar Schlange, um ihr Fahrrad überprüfen zu lassen. Ältere Bürger kämen häufig auf betagten Rädern daher. „Aber gut gepflegt, da ist alles in Schuss“, so die Beamten.

Schwarze Schafe gab es jedoch auch in Zimmern. Ein Mann auf einem „Mängelrad“ wurde gestoppt. Nach kurzer Kommunikation hatte der Radler nicht nur ein Knöllchen über zehn Euro zu bezahlen, sondern musste sich aufgrund seines Atems einem Alkoholtest unterziehen. 0,86 Promille, so das Ergebnis. Konsequenz für den alkoholisierten Verkehrsteilnehmer: Er musste sein Rad nach Hause schieben.

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