Fastnachtssitzung des Gesangsvereins

Männerballett mit hoher Frauenquote

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Ein flottes Lied durfte bei der Fastnachtssitzung des Gesangvereins nicht fehlen.

Klein-Zimmern - Über eine ganz besondere Fastnachtssitzung durften sich die Klein-Zimmerner am Samstagabend freuen. Von Ulrike Bernauer 

Ist die Feier des Gesangvereins normalerweise eher von Büttenreden gekennzeichnet, so konnten die Fastnachter diesmal auch zwei Tanzbeiträge im Feuerwehrhaus erleben. Nach dem Motto „Platz ist in der kleinsten Hütte“, schafften es sowohl die Crazy Chipettes, die jungen Tanzmädels der Viktoria, als auch das Männerballett des Fußballvereins, ihre Tänze auf der winzigen Bühne unfallfrei vorzuführen. Wobei das Männerballett bayerisch daherkam und neben Schuhplattlern auch eine Besonderheit aufwies: das weibliche Geschlecht war mit fünf Damen gegen drei Herren in der Überzahl. Das konnte die Klein-Zimmerner aber nicht davon abhalten, begeistert eine Zugabe zu verlangen.

Eröffnet hatte der Gesangverein die Sitzung mit dem durchaus passenden Lied „Guten Abend“. Die Vorsitzende Gisela Millmann hatte die Narren begrüßt und den Zuschauern mit einem kurzen Ausblick auf das Programm schon einmal den Mund wässrig gemacht.

Später stieg sie selber in die Bütt und hatte den gepackten Koffer schon dabei. Weil das weibliche Geschlecht so wenig angesehen ist, „aber die Herren der Schöpfung, ja die werrn geehrt“, ist es der Sängerin öfter danach, „de Bettel in die Ecke zu schmeise und de Koffer packe un zu verreise.“ Millmann träumt „ach wenn mer doch ledig geblieben wär, bräucht mer sich net zu ärgern mit dem Kerl.“ Für eine Sache sind sie aber dann doch gut, „wenn mer behaft ist mit kalte Füß.“ So endete der Vortrag auch versöhnlich für die Männerwelt.

Vera Ansorge und Luise Dörr hingegen lieferten sich ein Zwiegespräch mit vielen Wortverdrehungen und Verwechslungen. Wilhelm Tell, Schiller und Goethe verwurschtelten die beiden Damen zur Freude des Publikums. Martina Wieche und Sabine Hövelmann überzeugten als Putzfrauen, die Gott und die Welt durch den Kakao zogen.

Gaby Geier hingegen plauderte zu später Stunde recht deftig. Sie berichtete aus dem Leben einer Krankenschwester auf der Männerstation. Musikalisch wurde es bei Rainer Roßkopf, der mit einem Marianne-Rosenberg-Medley glänzte. Ein paar Probleme bescherte Maike Schäfer der Gewinn eines Autos. Mit 70 machte sie ihren Führerschein. „Nach acht Stunden, ich bin ja nicht dumm, da klappte es schon mit der Kuppelung.“ Auch wenn der Fahrerlehrer häufig „leichenblass“ ist, trotz eines Unfalles gelangt die dolle Seniorin bis zur Fahrprüfung, die wegen Farbenblindheit dann aber leider doch nicht gelingt. Schäfer lässt sich allerdings nicht beirren, die Bütt verließ sie mit dem Ruf: „Und hab mir statt dessen ungeniert einen Ferrari finanziert.“ Neben den zahlreichen Vorführungen hatten die Fastnachter auch genug Gelegenheit, selbst in Bewegung zu kommen. Peter Fischer sorgte am Keyboard für viel Schunkelmusik.

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