Märchen auf Zimmnerisch

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Das Märchen von der „Klugen Gans“ trug Tanja Bach (links) beim Neujahrsempfang vor. Martina Emmerich zeigte dazu Zeichnungen, die Bach ebenfalls selbst angefertigt hat.

Groß-Zimmern - Mit dem vor fünf Jahren geänderten Konzept für die Zimmerner Kerb ist der Kerbverein im Wesentlichen zufrieden. Nur der große Erfolg der Kerbparty am Samstagabend bereitete 2012 Schwierigkeiten. Von Ulrike Bernauer

 „Ein regelrechter Belagerungszustand herrschte vor der Halle, weil erstmals sehr viel mehr Besucher die Samstagabendveranstaltung besuchen wollten, als die Kapazität der Halle her gibt“, erklärte Kerbvereinsvorsitzender Thomas Beutel auf dem sehr gut besuchten Neujahrsempfang am Sonntagmittag im Glöckelchen. Man werde zusammen mit dem Sicherheitsdienst für eine Lösung dieses Problems sorgen.

Auch am Konzept, den Alkoholverkauf an unter 18-Jährige so weit als möglich einzuschränken, werde man festhalten. Zwar könne man nicht verhindern, dass ein 18-Jähriger für seine minderjährigen Kumpels Alkohol besorge, doch in solchen Fällen forderte Beutel Zivilcourage. „Wenn wir erst mal fünf solche Personen der Halle verwiesen haben, dann wird sich der eine oder andere doch überlegen, ob er gegen die Regeln verstößt.“ Insgesamt sei die Kerb 2012 jedoch ein friedliches Fest gewesen.

Engere Zusammenarbeit

Beutel betonte erneut die Notwendigkeit des Zimmerner Ortsgremiums. Er forderte eine engere Zusammenarbeit der Vereine untereinander, um Gemeinsamkeiten auszuloten und festzustellen, wie man sich in Zeiten des demographischen Wandels gegenseitig helfen könne.

Bürgermeister Achim Grimm richtete seinen Dank explizit an Thomas Beutel. „Die Vorsitzenden bekommen oft die Kritik ab, wenn etwas schief läuft, deshalb mein Dank an Thomas.“ Gemeindevorsteherin Katharina Geibel betonte die Rolle der Kerbjahrgänge in Zimmern, die nicht nur das Ortsleben bereicherten, sondern auch so manchem Heimat und Zugehörigkeit böten.

Märchenhaft ging es nach den Reden weiter. Die Zimmerner Bücherwürmer hatten im Oktober dazu aufgerufen, Märchen mit Lokalbezug entweder selbst zu schreiben oder aber im Grimmjahr, ein Grimmsches Märchen auf Zimmern umzuschreiben. Tanja Bach, deren Märchen „Die kluge Gans“ von der sechsköpfigen Jury auf Platz eins gewählt wurde, hatte nicht um-, sondern neu geschrieben.

Geschichte vom Zimmerner Gickelkönig

Viel Gelächter gab es ob der packend vorgetragenen Geschichte vom Zimmerner Gickelkönig, der im Glöckelchen residierte, und seiner Brautsuche. Gewürzt wurde das Märchen noch mit Zeichnungen von Erzählerin Bach, auf denen nicht nur der Gickelkönig, sondern auch Hofsänger Otto, sowie Ortsschriftführer Grimm zu sehen waren. Dieses Märchen endete allerdings nicht mit der Heirat des Gickels mit seiner Gänsebraut, sondern erst mit dem Tod der schlauen Gans. Ihr zu Ehren wurde das Wappen mit dem Gänsefuß kreiert.

Zur Freude der Zuhörer las die dritte Siegerin des Märchenwettbewerbs, Anita Höreth, noch ihre Geschichte vom Träumelinchen.

Viel Gelächter und Applaus gab es auch bei „Hans im Glück“, das Ira Drewitz zimmnerisch verfremdet hatte. Sie las ihre Glücksgeschichte im Duett zusammen mit Thomas Beutel, der für die Sätze in Zimmerner Platt zuständig war.

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