„Maria halt durch, du trägst das Kind!“

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Mit klaren Stimmen überzeugten die drei heiligen Königinnen.

Groß-Zimmern ‐ Seit 20 Jahren wird in der evangelischen Gemeinde zu Weihnachten ein Krippenspiel aufgeführt. „Mal liegt der Schwerpunkt auf dem Gesanglichen, mal auf dem Schauspielerischen“, berichtet Heidrun Fornoff, die Ehefrau des Pfarrers. Von Michael Just

Diesmal nahm man sich mit einem Musical, das von einem Kirchenmusiker aus Braunschweig stammt, besonders viel vor. So warteten auf Maria und Josef (Alicia Buchert-Hermann und Viktoria Kerber) sowie auf jeden der heiligen drei Könige (Sophia Bengsch, Valerie Leiter und Bonnie Weber) ein Solo. Da diese Rollen weiblich besetzt sind, entsteht beim Anblick der jungen Sängerinnen unweigerlich der Eindruck, dass Mädchen doch eine Portion mutiger sind als Jungen.

Impressionen von den Krippenspielen in Zimmern

Krippenspiele in Zimmern

Es ist ganz schön warm unter dem Hut“, meint einer der Hirten in der Kabine. Trotz der hohen Anforderungen und den intensiven Proben seit Ende September haben die wenigsten Kinder Lampenfieber. Nur Kathrin Nogger, die einen Engel spielt, gibt zu, dass sie etwas aufgeregt ist. Sie hofft, dass sie in den entscheidenden Momenten nicht den Text vergisst. „Bei meinen Balletaufführungen habe ich auch immer ein wenig Angst, dass ich die Schritte vergessen könnte.“ Später wird sie ihre Sache fehlerfrei meistern. Dass die wenigsten Jungdarsteller nervös sind, liegt vor allem daran, dass viele nicht zum ersten Mal mitspielen. Sophia Bengsch hat bald alle Rollen durch: „Ich habe schon mal ein Kind, einen Landstreicher und einen Engel gespielt“, sagt die Schülerin, die diesmal als Melchior dabei ist. Ihre ehemalige Rolle des Landstreichers zeigt, dass Krippenspiele nicht immer traditionell umgesetzt werden. Im Gegenteil: Mit Bankern als Könige waren die Kinder der evangelischen Kirche im letzten Jahr kurz nach dem Ausbruch der Finanzkrise besonders nah an der Realität.

Auch 2009 kommt die Aufführung erfrischend und unkompliziert daher: Die Hirten heißen Karl, Dieter oder Hartmut und die Herberge, in der Maria und Josef um Einlass bitten, ist mit „Zum Goldenen Krug“ überschrieben. Alles andere als steif ist auch die Wortwahl: „Das Haus ist voll, alle schreien nach essen und du hältst hier Schwätzchen“, muss sich die Herbergsfrau von ihrem Mann anhören, als sie sich um die schwangere Maria kümmern will. Der Refrain des Chores: „Maria halt durch, du trägst das Jesuskind“ setzt sich melodisch als Ohrwurm fest. Musikalisch wird das Stück von Sabine Strobl (Flöte) und Kantor Ulrich Kuhn (Klavier) begleitet. Kuhn spielt zum Schluss auch noch Trompete. Am Ende der Aufführung erhalten die Kinder völlig verdient einen großen Schlussapplaus und werden von Pfarrer Michael Fornoff aufgrund ihrer tollen Leistungen einzeln vorgestellt.

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