Mathematik macht eigentlich Spaß

+
Jona und Jonas haben die Aufgaben schon gelöst. Die beiden Drittklässler vergnügen sich jetzt am Computer mit einem Rechenprogramm.

Groß-Zimmern - Tief gebeugte Köpfe sieht man im Saal 13 der Friedensschule. Auf den Tischen stehen Schulranzen wie kleine Mauern. „Die haben wir da hingetan, damit niemand abschaut“, erklärt Viktoria, die schon fertig ist und ein Buch liest. Viele Schüler der Friedensschule knobeln am Freitag freiwillig beim Känguru-Wettbewerb der Mathematik. Von Ulrike Bernauer

Der Multiple-choice-Test kommt aus Australien, wurde Mitte der Neunziger erstmals auch Europa veranstaltet und breitet sich immer mehr aus. Nahmen 1995 in Deutschland noch 200 Schüler teil, so waren es im vergangenen Jahr bereits 750 000. Teilnehmen können Schüler ab der dritten Klasse und für die verschiedenen Altersstufen gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Aber kniffelig sind schon die Aufgaben für die Acht- und Neunjährigen, insgesamt jedoch sind sie anregend, heiter und oft ein wenig unerwartet. Spaß an der Mathematik soll vermittelt werden. Den haben die meisten der anwesenden Schüler offensichtlich, denn die Teilnahme am Känguru-Wettbewerb ist freiwillig.

Während etliche Schüler die ganzen 75 Minuten, die sie für den Test Zeit haben, ausschöpfen, hat Dominik sein Aufgabenblatt schon nach 17 Minuten abgegeben. „Normal schwer“,findet er den Test. Jetzt sitzt er vor einem Mathespiel „der Pyramide“. Auch Alicia ist schon fertig. „Ich fand es schwer“,sagt die Schülerin. Sie ist ein Mathe-Crack. Beim Online-Programm „der Mathe-Pirat“, an dem von zu Hause aus gearbeitet werden kann, führt sie mit weitem Abstand im schulinternen Ranking. „Ich habe alle Fächer gern“, erklärt die Achtjährige, allerdings ist nicht Mathe, sondern Sachkunde ihr Favorit.

David hat ein wenig länger gebraucht, um die Aufgaben zu lösen: „Die waren schon schwer, aber wenn man gut aufgepasst hat, konnte man sie lösen“.Er gesellt sich zu den anderen, die vor dem Computer sitzen und ein paar Mathe-Probleme lösen.

Schulleiter Axel Pucknat, der die Gruppe der dritten Klassen betreut, sagt: „Ich war erstaunt, wie schnell die Kinder zum Teil fertig waren.“

70 Friedensschüler haben am Wettbewerb teilgenommen. Jetzt sind alle gespannt, wie die Ergebnisse ausfallen werden. David macht ein enttäuschtes Gesicht, als er hört, dass die Preise erst im Mai kommen. „So lange“, sagt er. Doch sein Gesicht hellt sich auf, als er hört, dass man ab Montag schon im Internet schauen kann, wie man abgeschnitten hat.

Kommentare