Nabu und Förderverein Waldschule luden Kinder und Erwachsenen zur Fledermausnacht ein.

Von Maus- und Langohren

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So fotogen wie die Fledermaus im Bild präsentierten sich die „Vampire der Nacht“ zwar nicht, aber trotzdem konnten die Teilnehmer viel Wissen und spannende Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Groß-Zimmern (ula) ‐ Sie heißen Mausohr, Abendsegler und Langohr – haben aber eigentlich wegen ihrer superlangen Finger eine tolle Flugkarriere gemacht. „Die Finger der Fledermäuse sind sehr lang und dazwischen spannt sich die Flughaut“, verblüfft ein Knirps mit tollen Insiderkenntnissen. Von Ursula Friedrich

40 Gäste sind am Samstag der Einladung des Naturschutzbunds (Nabu) und des Fördervereins Waldschule gefolgt, um die spannenden „Vampire der Nacht“ zu studieren – und live zu erleben.

Biologe Dirk Diehl aus Langstadt vermittelt in seinem kindgerechten Vortrag verblüffende Details über die Fledermäuse. Dass die Tierchen mittels Echoortung durch die Nacht flitzen, wissen die vielen Kids jedoch längst. Spielerisch haben die Kinder rund um das Waldhaus beim Fledermaus-Motte –Spiel die Wirkungsweise des „blinden“ Rufens erforscht. Bei einer ausgiebigen Bastelaktion rund ums Thema waren die jungen Gäste kreativ und lauschen nun dem Vortrag, dem das eigentliche Highlight folgen soll: Die Suche nach den Fledermäusen mit dem technischen Hilfswerk, dem „Batdetektor“.

Flügel und Beine für Fledermäuse eine Delikatesse

Etwa neun verschiedene Fledermausarten lassen sich in und um Groß- und Klein-Zimmern nachweisen, so Biologe Diehl. Die ungewöhnlichen Säuger sind derart gut angepasst, dass sie in der Evolutionsgeschichte eine weitaus größere Rolle spielen als beispielsweise der Mensch.

Fledermäuse haben schon vor 47 Millionen Jahren gelebt“, so Fachmann Diehl. Hervorragend erhaltene Fossilien aus der Grube Messel beweisen sogar, dass sich die Fledermaus über diesen langen Zeitraum kaum veränderte.

Wer mit offenen Augen durch sein Umfeld streift bemerkt, dass die Flattertiere in bewohnten Gebieten gerne zu Hause sind. „Flügel und Beine von Schmetterlingen, das sind die Hinterlassenschaften nach einem Mittagessen“, so Dirk Diehl an die Kinder: „Ihr esst beim Hähnchen ja auch nicht die Knochen mit.“

Infrarot-Einblicke in die Kinderstube

Endlich geht es hinaus in die Nacht, wo auch tatsächlich Fledermäuse geortet werden. Der große Abendsegler, die Breitflügelfledermaus und die Zwergfledermaus kommen zu einer Visite herbei geflogen, um die erwartungsvollen Naturkundler nicht zu enttäuschen.

Den Fledermausfans gibt Dirk Diehl noch einen spannenden Tipp mit auf den Weg: Am Sonntag, 6. Juni, bietet die AG Fledermausschutz ab 11 Uhr im Wartesaal des Bahnhofs Mümling-Grumbach einzigartige Einblicke in die Kinderstube der Fledermäuse. Die Aufzucht und Pflege der „Fledermausbabies“ wird per Infrarotkameras vom Dachboden des Bahnhofs mehrere Stunde lang übertragen.

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