Mehr als Schule nach Plan

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787 Schüler in 34 Klassen drücken derzeit an der ASS die Schulbank. Die Gesamtschule hat mit 420 Schülern einen starken Gymnasialzweig. Um fürs Lernen zu begeistern, setzt die ASS auf viel Bewegung - auch während der Unterrichtszeit.  

Groß-Umstadt - „Und jetzt rennen wir auf der Stelle!“ Der Raum erbebt unter rund 50 Füßen. Im benachbarten Klassenzimmer der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) ist man dieses Getöse der G 5d von Magret Diederich gewohnt. Von Ursula Friedrich

Die Pädagogin bekennt sich zum Charakter der Schweitzer-Schule als „bewegte Schule“.

Kleine Sportprogramme fließen in den Unterricht ein, um Schüler aufzuwecken, zu motivieren und ihre Konzentration zu fördern. „Hinterher geht es besser weiter“, berichten die Fünftklässler, nachdem sie begeistert mit bunten Tüchern jongliert haben. Bewegung im Unterricht ist nur ein kleiner Baustein im Schulprogramm.

Wer sich nach der Doppelstunde Mathematik bei Magret Diederich weiter „auspowern“ möchte, ist in der bewegten Pause gut aufgehoben.

Hand- und Fußball, Frisbee, Seilspringen - in der Sporthalle geht es hoch her. Das Angebot richtet sich an Schüler der fünften bis siebten Jahrgangsstufe - fünf Lehrer sorgen für den reibungslosen Ablauf der bewegten Pause. Zumba soll das Angebot demnächst ergänzen, erläutert Bärbel Tippe, pädagogische Leiterin an der ASS.

Erfolgsmodell

Neben der Vermittlung von Schulstoff, leistet die Integrierte Gesamtschule - auch Dank eines motivierten Kollegiums - noch viele Dinge zusätzlich. Insbesondere steigende Zahlen verhaltensauffälliger Schüler (etwa mit ADHS) machen diesen zweckgebundenen Aufwand zu einem Erfolgsmodell.

Neben dem Baustein Bewegung wird der Präventionsarbeit viel Zeit gewidmet. Alkohol- und Suchtprävention, Schutz vor Medienmissbrauch, Förderung von Sozialkompetenz, Schulsanitätsdienst, Sexualkunde und Gewaltprävention werden in unterschiedlichen Fachbereichen als Zusatzprojekt zum Regelunterricht angeboten, Lehrer entsprechend geschult. Demnächst soll das Thema Ernährung zusätzlich im Fokus stehen, berichtet Tippe. Auf dem Bauernhof in Klein-Zimmern sollen ASS-Schüler sogar eigenes Biogemüse anbauen. Um für solche Projekte genügend zusätzliche Energie zu aktivieren, wünscht sich die pädagogische Leiterin engagierte Eltern, die mit im Boot sind. In der Elternschaft schlummere viel Kompetenz, die sich in schulischen Projekten mit einbringen ließe., meint sie.

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