Mehr Zeit mit G9 bedeutet nicht „Gymnasium-Light“

+
Große Nachfrage beim Informationsabend der Albert-Schweitzer-Schule.

Groß-Zimmern (bea) ‐ G 8 oder G 9, diese Frage bewegt immer noch viele Eltern. Die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) ist eine der wenigen Schulen im Landkreis, die mit ihrem gymnasialen Zweig wieder zur verlängerten Schulzeit von neun Jahren (G 9) bis zum Abitur zurückgekehrt ist.

Diese Tatsache machte sich beim Informationsabend für die Eltern bemerkbar. Neben vielen Groß-Zimmernern kamen auch rund 40 Interessente aus Dieburg sowie Mütter und Väter aus Gundernhausen oder Groß-Umstadt, um mehr über die Schule und das Konzept der längeren Gymnasialzeit zu erfahren.

Der stellvertretende Schulleiter, Jürgen Köbler, erläuterte die Unterschiede. G 8 bedeute 540 Unterrichtsstunden und ein halbes Schuljahr weniger Zeit zum Lernen. Die andere Schuljahreshälfte werde zumeist im Nachmittagsunterricht komprimiert, verteilt auf fünf Schuljahre. Für Köbler und Gymnasialzweigleiterin Susanne Schäfer zählen auch andere Faktoren wie die Entwicklung der Persönlichkeit, soziale Verantwortung und der Umgang miteinander.

Endgültige Zusagen gibt es erst im Frühjahr

Am Samstag, 4. Dezember, findet ein Tag der offenen Tür statt. Bei Präsentationen und Unterrichtssequenzen von rund 20 Minuten können sich die Eltern zwischen 9 und 12 Uhr informieren. Begleitet werden die Präsentationen von einem musikalischen Rahmenprogramm.

Dennoch gab Köbler zu bedenken: „Auch G 9 bedeutet Gymnasium und nicht Gymnasium-Light.“ Mit der Förderstufe und der verlängerten Gymnasialzeit sei auch die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen verbessert worden. „Folgen Sie den Empfehlungen der Grundschullehrer, die kennen ihre Kinder zumeist schon Jahre“, lautete der Rat von Schulleiter Helmut Buch. Es bringe wenig bis nichts, ein Kind in einer Schulform zu überfordern, bis es schließlich völlig die Lust an der Schule verliere.

Der verlängerten Gymnasialzeit und den Kursangeboten der Ganztagsschule galten die meisten Fragen der Eltern, aber auch Mittagsbetreuung, neue Mensa oder die Essenspreise interessierten. Besonders die Dieburger Eltern wollten Zahlen zur Aufnahmekapazität der Gymnasialklassen wissen. „Wir gehen, wie bereits in diesem Jahr, wieder von drei Klassen mit rund 90 Schülern aus. Die Klassengrößen sind zwar hoch, aber wir wollten und wollen kein Kind zurückweisen“, erklärte Buch. Endgültige Zusagen könnte es jedoch erst im kommenden Frühjahr geben, wenn die Anmeldungen vorliegen.

Kommentare