Seit 70 Jahren singt Rosa Pullmann im Kirchenchor.

„Mein Herz geht auf“

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Für siebzigjährige Mitgliedschaft im Kirchenchor St. Cäcilia wurde Rosa Pullmann geehrt.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Mein Herz geht auf, wenn ich singe“, sagt Rosa Pullmann - und sie muss es wissen. Kürzlich wurde sie für 70-jähriges Singen im katholischen Kirchenchor St. Cäcilia geehrt. Sogar an diesem Tag hat sie mitgesungen, hoch oben auf der Empore der Bartholomäus-Kirche.

„Ich kann wegen meiner Augen nur noch mit der Lupe lesen und auch dann bekomme ich nach kurzer Zeit Kopfschmerzen“, erzählt die 86-Jährige. Mit dem Auswendiglernen klappt es zu ihrem eigenen Bedauern auch nicht mehr so richtig. Neue Lieder kann die Sängerin also kaum noch lernen. An den Chorproben wird sie aber trotzdem noch teilnehmen. Die anderen Chormitglieder wollen sie nicht missen. Sie holen die betagte Sängerin daheim ab und begleiten sie auch nach der Singstunde wieder nach Hause.

Mit 16 Jahren ist die Zimmernerin in den Kirchenchor eingetreten. „Ich durfte abends nicht fort, da habe ich gedacht, ich gehe singen, da darf ich wenigstens einmal in der Woche abends raus“, erzählt Pullmann verschmitzt.

Auch ihr Mann hat im Kirchenchor gesungen und die Freude am Gesang haben sie auch an ihre Kinder vererbt. Tochter Elisabeth Schaffer beispielsweise singt beim Gesangverein in Klein-Zimmern. Zehn Enkel und zehn Urenkel hat die Jubilarin mittlerweile. 13 Jahre musste sie vom Gesang aussetzen, als die Kinder klein waren. Aber natürlich blieb sie Mitglied im Kirchenchor und sobald es möglich war, besuchte sie auch wieder regelmäßig die Singstunde.

Die lateinischen Texte kann sie zum Teil auswendig und viele Melodien beherrscht sie nach 70 Jahren Singstundenbesuch sehr gut. Deshalb hofft sie, dass sie oben auf der Empore noch einige Zeit singen kann. „Beim Konzert am Samstag in der evangelischen Kirche werde ich aber nur zuhören“, meint die Sängerin voller Bedauern.

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