36 Arten wurden bei NABU-Vogelstimmenwanderung gezählt

Meise und Mönchsgras

Ohne Fernglas hat man wenig Chancen die scheuen Vögel genau zu sehen. Fotos (2): Bernauer

Groß-Zimmern - Ein kalter Wind pfiff den Vogelfreunden am Sonntag früh um die Ohren. Deshalb kam die Vogelstimmenwanderung ein wenig zügiger in Gang als sonst. Von Ulrike Bernauer

Normalerweise verweilen die Naturbeobachter eine ganze Zeit am Treffpunkt, dem Parkplatz beim Anglerheim, denn natürlich lassen sich auch hier Vögel nicht nur hören, sondern zumeist auch sehen.

Diesmal suchten die Gäste des Naturschutzbundes (NABU), der Veranstalter der zweiten Vogelstimmenwanderung des Jahres, den Schutz von Gehölzen an der Gersprenz, um dem eisigen Wind zu entgehen.

Vogelspezialist Klaus Hillerich konnte viele Vögel hören, sehen und auch sicher zuordnen. Die Mitwanderer erhielten interessante Informationen rund um die vielen gefiederten Freunde.

Eine gute Ausbeute an Vögeln machten die Naturschützer an dem recht kalten Sonntagmorgen. Insgesamt 37 Arten hörten sie, die meisten davon konnten sie mit Hilfe des Fernglases auch sehen. Im Jahr 2008 lauschten die Teilnehmer in Zimmern allerdings noch mehr gefiederten Sängern. 40 Arten konnte man seinerzeit hören. 2004 gab es mit 27 Arten die niedrigste Beobachtungsrate. Eine größere Vielfalt gibt es am Reinheimer Teich hören. „Aber das ist von den unterschiedlichen Lebensräumen auch zu erwarten“, erklärte Dr. Lothar Jacob, der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe. Die Wanderer freuten sich über den Klang des Grauspechtes, der zum ersten Mal bei einer Exkursion gehört wurde. Allerdings wurde diesmal der Kleiber vermisst, der sonst regelmäßig vorkommt. Neben den kleinen Piepsern wie Zaunkönig, Meisenarten oder der Mönchsgrasmücke wurden

auch große Vögel gesichet. Ein Paar Nilgänse überflog laut schnatternd die Gruppe,

Höckerschwan, Storch, Graugans und Graureiher kreuzten den Weg.

Bestaunen konnten die Vogelfreunde auch eine große Anzahl von Anglern, die sich an der Gersprenz zwischen Anglerheim und dem renaturierten Teil aufgereiht hatten, wie Perlen an einer Kette. Aufmerksam betrachtet wurden nicht nur Vögel, sondern auch viele gefällte Pappeln, deren mächtige Stämme am Fällort verblieben sind.

Hillerich und Jacob begrüßten diese Maßnahme, da diese Art von Bäumen nicht natürlich an dem Standort vorkommt. „Das Totholz ist langfristig sehr wertvoll für viele Tierarten. Vor allem viele Käfer werden hier ihren Lebensraum finden“, erklärte Hillerich.

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