Feuerwehr Klein-Zimmern informiert über Brände und Rauchvergiftungen und zeigt Funktionsweise von Rauchmeldern

Meist bleiben nur vier Minuten, um sein Leben zu retten

Offenbach-Post

Klein-Zimmern - (ves) „Rauchmelder, brauche ich so etwas überhaupt zuhause?“ Mit dieser Einstiegsfrage begrüßten Klaus Küppers und Florian Köbel die Interessenten. „Sicherlich, denn sonst würden sie hier nicht sitzen“, beantwortete Küppers diese Frage dann selbst.

Die Freiwillige Feuerwehr in Klein- Zimmern hatte zu einem Vortrag über Rauchmelder ins Feuerwehrhaus eingeladen, zu dem sich viele Interessierte eingefunden hatten. Küppers, selber Feuerwehrmann im aktiven Dienst, wies eindringlich auf die Gefahren eines Brandes und der damit verbundene Rauchentwicklung hin. Von rund 200 000 Bränden, die sich jährlich in Deutschland ereignen, entstehen die meisten in Wohnhäusern. Hierbei verlaufen rund 600 Brände im Jahr tödlich. „Die Hauptanzahl der Brände entsteht zwar tagsüber“, berichtete Küppers. „Die meisten Todesfälle jedoch ereignen sich nachts, denn die Leute sterben an Rauchvergiftungen“. Die überwiegende Anzahl der Personen werden im Schlaf überrascht.

In einem Film, den Küppers den Anwesenden zeigte, konnten die Besucher miterleben, wie sich in kürzester Zeit ein Wohnungsbrand entwickelt. Unter Laborbedingungen wurde hier mit handelsüblichen Möbeln ein Wohnungsbrand simuliert, der durch eine Zigarette auf einem Sessel ausgelöst wurde. Innerhalb von drei Minuten entwickelt sich der Brand, zuerst qualmt es, dann entsteht eine kleine Flamme, die schnell größer wird und schließlich vom brennenden Sessel auf die umliegenden Gegenstände wie Tapeten und Gardinen übergreift. „Wenn sie im Schlaf nur drei bis vier Minuten diesen Rauch einatmen, bedeutet das den Tod“, erklärte Küppers eindringlich.

Meist bleiben einem nur knapp vier Minuten zur Flucht, die man oft nicht hat, wenn das Feuer im Erdgeschoss ausbricht und man sich selber im Obergeschoss befindet. Die entstehenden Dämpfe bestehen aus Salz und Blausäure, vermischt mit Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Eine tödliche Kombination, zumal der Geruchssinn im Schlaf ausgeschaltet ist und man diese Dämpfe nicht wahrnimmt.

„In den Nachbarländern konnten durch den Einsatz von Rauchmeldern schon viele Menschenleben gerettet werden“, berichtet Köbel von der Jugendfeuerwehr und verweist auf eine entsprechende Statistik. So sind in den USA unterdessen 90 Prozent der Haushalte mit Rauchmeldern versehen, in Großbritannien sind es 75 Prozent und in Schweden 70 Prozent. In Deutschland jedoch besitzen nur sieben Prozent der Haushalte einen Rauchmelder. Eine erschreckend niedrige Zahl, zumal in Hessen seit 2005 eine Rauchmelderpflicht in Neu- und Umbauten besteht.

Köbel zeigte an einem praktischen Beispiel in einem „Rauchhaus-Model“, wie schnell sich der Rauch entwickelt und in welch kurzer Zeit der Rauchmelder die Gefahr meldet.

Mit rund 85 Dezibel gibt der Rauchmelder einen durchdringenden Ton von sich. „Achten sie beim Kauf auf das TÜV Siegel und sparen sie nicht bei der Anschaffung“, erklärte Köbel. Günstige Rauchmelder reagieren erst bei einer 30-prozentigen Rauchentwicklung, während geprüfte Rauchmelder mit dem DIN EN und VdS Zeichen bereits bei einer 1,1-prozentiger Rauchentwicklung warnen. „Der Mindestschutz ist ein Rauchmelder pro Etage“, erklärte Küppers „und der optimale Schutz beinhaltet zusätzliche einen pro Zimmer“. Wichtig ist zumindest die Anbringung in Kinder- und Schlafzimmern.

Die beiden Feuerwehrmänner gingen gezielt auf die Handhabung und Anbringungsmöglichkeiten der Rauchmelder ein und beantworteten konkrete Fragen der Anwesenden wie Kabel- und Funkvernetzung mehrerer Rauchmelder. Eine zusätzliche Idee gab Köbel den Anwesenden mit auf den Weg. „Nehmen sie in ihren Urlaub einen Rauchmelder im Koffer mit, denn viele Hotels und Ferienwohnungen bieten nicht die Sicherheit eines Rauchmelders“, erklärte er.

„Das Ziel unserer Veranstaltung war es, Ihnen die Anschaffung eines Rauchmelders nahezubringen und mit Ihrer Anwesenheit haben sie den ersten Schritt getan“, so Küppers abschließend.

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