Ringen Oberliga Hessen: AV Groß-Zimmern besiegt KSV Waldaschaff mit 27:15

Meisterschaft in greifbarer Nähe

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In der Gewichtsklasse 96 kg, griechisch-römisch, trat Zacharias Vakalov (blaues Trikot) vom AV Groß-Zimmern gegen Stefan Löber (rotes Trikot, KSV Waldaschaff) an.

Groß-Zimmern ‐ Am Samstag machte der AV Groß-Zimmern einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft der hessischen-Ringer Oberliga. Ein Sieg über Waldaschaff musste her, um weiter alle Trümpfe in der Hand zu halten.

Bald kam jedoch die Erkenntnis, dass der Kader des AV zu große Lücken aufzeigte: Drazen Dodos musste sich einer Operation unterziehen, Steve Fernandez Gomez litt an einer Grippe und Marcel Schleicher stand eigentlich auch nicht zur Verfügung. Doch als Marcel von all diesen ungünstigen Tatsachen erfuhr, beschloss im Limit bis 66 kg anzutreten. Für den 96 kg-Mann sprang Zacharias Vakalov in die Presche. In der 84 kg-Klasse trat Max Wörtge an. Doch der absolute Coup war, dass Endre Elekes, der Bruder von Zoltan Elekes, in Ungarn von den unerwartet aufgetretenen Aufstellungsproblemen erfuhr und sich kurzerhand ins Auto setzte um dem AV Groß-Zimmern zur Verfügung zu stehen.

Max Wörtge (84 kg Freistil) trat als erstes an, da sein Kampf vorgezogen wurde. Er rang gewohnt anfangs ruhig und besonnen, bevor er kurz vor Ende der ersten Runde einen blitzschnellen Beinangriff machte und diese Runde mit 2:0 beendete. In Runde zwei beherrschte der Zimmerner seinen Gegner souverän und holte sich mit schönen Freistilaktionen sechs Punkte und den Sieg dieser Runde. In der dritten Runde machte Wörtge „den Sack zu“, wie AV-Sprecher Harald Herbert sagt, und schulterte den Waldaschaffer.

Mateo Dodos musste in der Klasse bis 50 kg griechisch-römisch gegen den deutschen B- Jugend-Meister Simon Scheibein ran. Er war im Boden chancenlos gegen den starken Scheibein.

Tim Zewetzki , rang in der 130 kg Freistil-Klasse seinen um satte 30 kg leichteren Gegner in drei Runden nieder. Die Zuschauer bekamen sogar von dem eigentlichen griechisch-römisch-Spezialisten die eine oder andere Freistilaktion zu sehen.

In der Klasse bis 55 kg Freistil hatte es Kai-Oliver Görisch mit einem übergewichtigen Waldaschaffer Ringer zu tun und hatte den Sieg schon vor Kampfbeginn in der Tasche. Zacharias Vakalov zeigte einen starken Kampf in der Klasse bis 96 kg griechisch-römisch gegen Stefan Löber. In fünf äußerst starken Runden erlebten die in großer Anzahl mitgereisten Groß-Zimmerner Fans ein Wechselbad der Gefühle. Runde eins gab Vakalov mit 0:3 ab, die zweite wiederum entschied er mit 3:0 für sich, in der dritten Runde war Vakalov beim Stand von 0:0 in der Bodenlage der Ober Mann, setzte einen verkehrten Ausheber an, den sein Kontrahent mittels Beinarbeit vereitelte. Dies wurde vom Unparteiischen allerdings nicht bemerkt und so bekam der Zimmerner nur eine eins - aber den Rundengewinn. Die vierte Runde ging wiederum mit 2:0 an den Waldaschaffer. In der letzten und entscheidenden Runde gelang es Vakalov mittels Konter bei einem Durchdreher des Gegners, sozusagen mit dem Gong die letzte Wertung, zum Stand von 1:1 für sich zu holen.

In der Klasse bis 60 kg griechisch-römisch hatte Daniel Görisch gegen den starken Sinan Kayakiran nichts zu bestellen und musste sich geschlagen geben.

Sebastian Hain (74 kg griechisch-römisch) wusste auch zu gefallen. Er stand dem starken Daniel Haun gegenüber. Er machte jedoch schon in der zweiten Runde dem Main/Spessart-Ringer das Leben schwer. In der dritten Runde schaffte er es, dem Angriff von Haun stand zu halten, wodurch der Unparteiische in den Stand pfiff. Der Zimmerner griff ohne Rücksicht auf Verluste an, holte die letzte Wertung und entschied diese Runde mit 1:1 für sich, da er die letzte Wertung machte. In der vierten Runde schwanden dann leider die Kräfte. Hain hielt Schadensbegrenzung und verlor mit 0:2. Trotz der Niederlage war es ein großer Kampf von Hain.

In der Klasse bis 66 kg Freistil stand Gökhan Bicer dem Waldaschaffer Simon Sauer gegenüber. Bicer beherrschte seinen Gegner nach Belieben und entschied die ersten beiden Runden mit 7:0 und 6:0 für sich. Von Übermut getrieben, brachte er sich regelrecht selbst in die gefährliche Lage und gab zwei Punkte ab. Glücklicherweise konnte er sich befreien und beendete den Kampf beim Stand von 6:2 mit einem Schultersieg.

Nun betrat Marcel Schleicher in der Klasse bis 66 kg griechisch-römisch die Matte. Runde eins und zwei verlor er mit 1:3 und 0:4. In der Pause vor der dritten Runde sah es so aus, als ob der Zimmerner dem Druck nicht standhalten könnte. Doch seine Vereinskollegen bauten ihn auf in 30 Sekunden mit den Worten: „Du gewinnst die nächsten drei Runden ganz bestimmt – du packst das“. Und was dann in der Halle auf und neben der Matte los war, lässt sich in Worten kaum beschreiben. Auf der Matte rang Schleicher als ginge es um sein Leben, neben der Matte schrien und jubelten ihn die Zimmerner Fans und Vereinskollegen zum Sieg. „Hier war es wieder deutlich zu spüren: die Groß-Zimmerner Ringer verbindet nicht nur das Ringen, sonder absolute Freundschaft und Loyalität“, so Herbert.

Nachdem Schleicher mit super schönen Aktionen seinem Gegner in den nächsten drei Runden mit 6:0, 3:1 und 4:2 den sicher geglaubten Sieg aus den Händen riss, wurde er mit Sprechchören „Marcel, wir danken Dir!“, gefeiert. Den letzten Kampf des Abends bestritt Endre Elekes gegen Christian Trapp. Das war Freistil-Ringen vom Feinsten. Nicht einen Moment waren Elekes seine 41 Jahre anzumerken. Und so gingen drei Runden mit 3:0 3:0 und 5:0 an ihn. Auch er bekam von den Zimmerner Ringern ein „Endre, wir danken dir “,-Ständchen.

Somit endete dieser im Vorfeld für viele ungewisse Kampf mit 27:15 für den AV Groß-Zimmern.

Am kommenden Samstag, 12. Dezember, empfängt die AV-Staffel den SV Fahrenbach um 20 Uhr in ihrer Halle .

Wenn es die Groß-Zimmerner Mannschaft an diesem Tag gelingt zu siegen, ist sie Tabellenführer der Hessischen Oberliga und hat die Meisterschaft ist so gut wie in der Tasche. „Doch auch Fahrenbach ist nicht zu unterschätzen und so werden die Zimmerner Ringer und Fans wieder alles geben müssen – auf und neben der Matte“, meint Herbert.

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