Mensch-Ärgere-Dich für Kommunalpolitiker

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So gemütlich wird es wohl bald auch in der Adolph-Kolping-Anlage aussehen. Neben den großen Spielfeldern ist zunächst noch ein Barfußpfad geplant.

Groß-Zimmern (guf) ‐ Jung und Alt sollen beim Spiel und in Bewegung zusammen kommen. Große Schach- und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Felder sollen auf den Mehrgenerationenspielplatz in die Adolph-Kolping-Anlage einladen, Auftakt der Arbeiten ist für den 18. Mai geplant.

Zum Ärgernis wurde die Planung jedoch im Gemeindeparlament am Dienstagabend. „Wir fühlen uns übergangen“, kritisierte Claus Rosendahl (SPD). Während die CDU-Politiker eine positive Entscheidung für das 9 000 Euro teure Projekt einforderten, meinten die Oppositionsparteien, sie seien nicht ausreichend informiert worden.

Marianne Streicher-Eickhoff bezeichnete die Situation als Wiederholung der letzten Sitzung, bei der es um die Aufstockung des Jugendzentrums ging. Während in der Märzsitzung vergessen wurde, die Planung vorzustellen, aber eine Abstimmung bezüglich der Baumaßnahmen eingefordert wurde, stand diesmal lediglich die Vorstellung der Planung auf der Tagesordnung. Dass auch eine Entscheidung gefällt werden sollte, erfuhren die Parlamentarier erst bei der Ausschusssitzung in der vergangenen Woche (wir haben berichtet).

Hader: „Regeln wurden missachtet“

Erst kürzlich haben wir uns im Ältestenrat bei einer Krisensitzung bezüglich der Sozialen Stadt auf bestimmte Regeln geeinigt. Die werden nun sofort wieder missachtet“, klagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Hader.

Während der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Pentz betonte, es handele sich bei der Aufbewahrung von Spielfiguren oder der Klärung von Patenschaften für das Projekt um „kleineren Details“ und „es müssen auch Freiräume für die handelnden Personen gelassen werden“, hielt Christof Glaser (CDU) die Kritik für „wahltaktisches Geplänkel. Ihnen geht es um Verhinderung“, warf er SPD, Grünen und FDP vor. Ein Urteil, das die anderen absolut nicht stehen lassen wollten.

Wir sind grundsätzlich für die Sache, aber hier wird einfach unsauber gearbeitet“, erläuterte Werner Wenz (Grüne) die prinzipielle Zustimmung seiner Fraktion. Streicher-Eickhoff ergänzte: „Sie fordern von uns immer wieder Vertrauen und Nachsicht, aber das ist doch keine Einbahnstraße“.

SPD enthielt sich der Stimme

Nach langem Hin und Her stimmten schließlich CDU und Grüne für die Umsetzung des Projektes, die SPD-Politiker enthielten sich der Stimme, die beiden FDP-Männer votierten dagegen. Mit diesem klaren Dafür kann also am 18. Mai mit den Arbeiten für die Spielfelder und den Barfußpfad im südlichen Teil der Parkanlage zwischen katholischem Kindergarten und Friedhofstraße begonnen werden.

Auf Nachfrage des Lokal Anzeigers, wieso der Gemeindevorstand zu diesem Thema nicht wie üblich auch einen Beschlussvorschlag vorgelegt hatte, entgegnete Bürgermeister Achim Grimm: „Das war zeitlich nicht möglich. Die Sitzungsunterlagen mussten raus und der Gemeindevorstand hatte die Pläne noch nicht vorliegen“. Künftig wolle er sich jedoch für die Einhaltung des Vorgehens einsetzen: erst vorstellen, dann beraten und zuletzt beschließen.

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