Fehlende Laufkundschaft

Metzgerei Pistner in der Bachgasse schließt

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Die Metzgerei Pistner in der Bachgasse schließt zum Jahresende. Die Parksituation nach dem Umbau der Rathausplätze sei „verheerend“, zudem fehle die Laufkundschaft nach Schließung der Postfiliale in der Kirchstraße, klagt Wolfgang Pistner.

Groß-Zimmern - Nussrahmbraten, Festtagsroulade und Hausmacher Wildschweinwurst – alles passé. Was sich auf der Speisekarte von Metzgermeister Wolfgang Pistner so köstlich liest ist zum Jahresende Geschichte: die Metzgerei in der Bachgasse 10 schließt.

Die Gemeinde ist im neuen Jahr somit gleich um zwei Fachbetriebe ärmer, denn auch in Klein-Zimmern wird die Metzgerei Emmerich zum Jahresausklang geschlossen (wir berichteten). In beiden Fällen waren auch wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend: verändertes Kaufverhalten in Sachen Fleisch und Wurst, das Ausbleiben der Laufkundschaft und mehr.

Für Wolfgang Pistner, der erst vor rund drei Jahren in der Bachgasse 10 eröffnete, beeinflussten zwei externe Faktoren die Geschäftsentwicklung: der Umbau der beiden Rathausplätze, der auch eine „verheerende Parkplatzsituation“ zur Folge hatte. Und die Schließung der Postfiliale in der Kirchstraße, was das Ausbleiben der Laufkundschaft mitverursachte. Groß-Zimmern, das in den 30er-Jahren die stattliche Zahl von 15 Metzger- und Fleischereibetrieben hatte, wird an Handwerksbetrieben, die mit Qualität und Service zu punkten suchen, zunehmend ärmer.

Waren in den 30er Jahren die überhand nehmenden Hausschlachtungen eine Konkurrenz, sind dies heute die großen Märkte mit optimalen Parkmöglichkeiten, umfangreichem Produktsortiment und bisweilen niedrigen Fleisch- und Wurstpreisen. Das fehlende Verbraucherbewusstsein, das für den Rückgang ein Einzelhandelsbetrieb mitverantwortlich ist, hatten vor kurzem auch Werner und Gabriele Menges von Metzgerei Emmerich in Klein-Zimmern beklagt: „Die Leute kaufen Billigwurst in Plastikverpackungen.“

Immerhin: Wer innerorts Qualität vom Fachbetrieb haben möchte, hat in der Jahnstraße dazu die Möglichkeit. Den Rückgang des Einzelhandels in der Ortsmitte sieht der Erste Beigeordnete Friedrich Faust, derzeit Vertreter von Bürgermeisters Achim Grimm, nicht dramatisch. „Für die Nahversorgung wird hier noch alles geboten“, so Faust. „Gravierend war allerdings, dass die Postfiliale weggefallen ist. Etwas komprimiert wird das jetzt durch das erweiterte Sortiment des Dresselhof-Ladens. Richtig problematisch ist allerdings die Situation in Klein-Zimmern.“ (zah)

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