Militärhistorische Ausstellung

Krim-Schild findet viel Beachtung

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Neben Resultaten zu seiner Recherche veranschaulichte Tobias Götz bei seiner Ausstellung auch diesmal wieder das Soldatenleben mit einem Diorama.

Klein-Zimmern - Es war wohl das Exponat, das die meiste Beachtung erfuhr: Unter anderem mit einem Krim-Schild als topaktuellem Ausstellungsstück lockte Hobby-Militärhistoriker Tobias Götz am Sonntag insgesamt 150 Besucher in seine dritte Ausstellung im Feuerwehrhaus Klein-Zimmern. Von Jens Dörr 

Einmal mehr stand vor allem der militärische Werdegang der Soldaten aus Groß- und Klein-Zimmern sowie aus Dieburg während des Zweiten Weltkriegs im Fokus der Schau. Zugleich setzte Götz neue Akzente. Das Krim-Schild erhielt im Zweiten Weltkrieg jeder deutsche Soldat, der eine bestimmte Zeit lang auf der Halbinsel am Schwarzen Meer gedient hatte. Johannes Hoffarth war einer von ihnen gewesen: Der vor zehn Jahren verstorbene Dieburger, der den Krieg überstand und anschließend auch aus russischer Gefangenschaft wieder nach Südhessen zurückkehrte, erhielt das Abzeichen für seinen Einsatz 1942.

Die Frau Hoffarths überließ das Schild Götz, der es samt der Geschichte des Dieburger Soldaten präsentierte. Damit gelang ihm am Sonntag ein etwas zufälliger und dennoch bemerkenswerter Bezug zum zeitgleich mit der Ausstellung stattfindenden Referendum in der bis dahin noch zur Ukraine gehörenden Region. Neben Resultaten zu seiner Recherche zum Buch, er addiert bald 1 000 Soldaten aus Klein- und Groß-Zimmern sowie Dieburg, veranschaulichte Götz auch diesmal wieder das Soldatenleben mit einem Diorama: Es zeigte vor allem, was ein Soldat im Zweiten Weltkrieg bei sich trug, womit er sich verständigte und sich verpflegte.

Neben Ausrüstung mit Helm und Gasplane fielen dabei etwa eine Feldflasche und ein Feldrucksack - alles Originale - und ein Sprachführer auf. Das und noch einiges mehr schaute sich am Sonntag vor Ausstellungsbeginn auch die Polizei an. Obwohl sich Götz längst einen guten Ruf erworben und jegliche Zweifel am Grund seiner Recherchen zerstreut hat, ging die Staatsgewalt erneut auf Nummer sicher. „Die wollten sehen, worum es sich hier genau handelt und ob zum Beispiel irgendwelche Reden geschwungen werden. Das finde ich auch gut und richtig“, betonte Götz, der sich fern von jeder gefährlichen Ideologie rein für die militärhistorische Aufarbeitung auf lokaler Ebene interessiert und insbesondere den Gefallenen ein Andenken bewahren will.

Das Krim-Referendum in Bildern

Das Krim-Referendum in Bildern 

Das merkten auch die Polizisten rasch, die sich schließlich recht interessiert die Gegenstände, Fotos und Dokumente erläutern ließen. Die Ausstellung stieß in diesem Jahr übrigens auf noch größeres Interesse als 2013: „Nach den 120 Besuchern im Vorjahr waren es diesmal sogar noch 30 mehr. Ich freue mich, dass meine Recherchen und Ausstellungen in den Gemeinden so gut angenommen werden“, resümierte der Klein-Zimmerner zufrieden. Für die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sorgte die Freiwillige Feuerwehr.

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