Neue Bahn sorgt für Spannung

Minigolfturnier der Kerbborschte bringt Spannung und Geselligkeit

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Konzentriert und getroffen: Stefan Beez (Bildmitte) freut sich über einen gelungenen Schlag. Nur einen Versuch brauchte er, um das Tor der Windmühle zu treffen.

Groß-Zimmern - Viele Zimmerner konnten die eigene Geduld und Treffsicherheit testen und am Samstag versuchen, den kleinen Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch zu bugsieren. Das Kerbborschte Minigolfturnier zeigte sich erneut als beliebte Vorkerb-Veranstaltung.

Üben kann man bei dieser besonderen Minigolfanlage nicht. Auch wenn so manche Bahn recht schwierig ist und mancher Spieler den Ball überhaupt nicht in das vorgesehene Loch bugsiert wird. Die Minigolfanlage der Kerbborschte wird nur einmal im Jahr aus dem Schuppen herausgeholt und in der Kolping-Anlage aufgebaut. Aber das Gewinnen ist bei diesem Kerbborschteturnier auch durchaus nicht das Wichtigste. Dabeisein und Spaß haben, das ist der Kern der Veranstaltung, die nun schon seit vielen Jahren stattfindet. War das Golfturnier früher immer vom Jahrgang 1970/71 ausgerichtet worden, so hat der irgendwann gestreikt. Damit die beliebte Vorkerb-Veranstaltung erhalten blieb, hat man sich darauf geeinigt, dass die jeweils aktuellen Kerbborschte – also der Jahrgang, der seine Kerbtaufe im entsprechenden Jahr vor sich hat – das Minigolfturnier ausrichtet.

Stefan Beez war am Samstag ganz verblüfft, als er mit dem ersten Schlag das Tor der Windmühle traf. Einige seiner Mannschaft waren schon an dieser Aufgabe gescheitert. Das Perfide: Es musste nicht nur auf das Tor gezielt, sondern auch der richtige Zeitpunkt abgepasst werden. Die Flügel der Windmühle drehten sich ohne Unterlass und verdeckten dabei auch immer wieder das Tor. Beez ist kein Kerbborschte, „ich habe damals die Kerb ausgelassen“, sagte er. Das Mitspielen machte ihm trotzdem Spaß. „Ich habe bis jetzt immer gedacht, das Minigolfturnier wäre nur für die Kerbborschte und die Jahrgänge, bis ich gestern Abend eines Besseren belehrt worden bin.“ Nun hatte Beez gleich ein paar Tennisfreunde mitgebracht und die vier hatten am Samstag ihren Spaß. Denn das Turnier ist – entgegen der Ansicht vieler – für alle offen. Auch einige Familien kamen in die Kolping-Anlage, um ihr Geschick zu testen.

Viele Bahnen hatten es in sich, so auch diese. Vielen gelang es hier nicht, den Ball im Loch zu versenken.

Reiner Grohe hingegen ist fast immer hier mit seinen Kollegen aus dem Jahrgang 1958/59. „Und wir haben das Turnier auch schon mindestens dreimal gewonnen“, freute sich Henry Osinski, „aber der Spaß ist das Wichtigste, wenn es sich dabei ergibt, dass wir gewinnen, umso besser.“ Im Mittelpunkt steht das Zusammentreffen der Jahrgänge und das Miteinander. „Die Älteren haben die Möglichkeit, die Jüngeren kennenzulernen und umgekehrt“, erläuterte Grohe. Die vier Herren sind um 12 Uhr angetreten, die Siegerehrung am Nachmittag wollten sie auf jeden Fall abwarten. „Danach gehen wir wahrscheinlich noch in den Dorfbrunnen auf einen Absacker“, freute sich Osinski.

Auch Andreas Richter und Philipp Heinz vom Jahrgang 1988/89 spielen eigentlich jedes Jahr mit. Mit insgesamt acht Leuten vom Jahrgang rechneten sie, denn schon bei der Kerb waren sie ein starkes Team: Mit 48 feierten sie das Fest der Feste. „Im nächsten Jahr sind wir bestimmt wieder mehr“, sagte Richter, „da feiern wir unser Zehnjähriges.“ Auch ein Geburtstagskind hat sich am Samstag unter die Turnierteilnehmer gemischt. Laura Kellenberger feierte ihren Ehrentag und ist mit einem ganzen Freundeskreis in die Kolping-Anlage gekommen. „Hier sind nicht nur rote, sondern auch grüne und blaue Kerbborschte“, sagte sie und einer aus der Runde warf ein, „wir sind in der Farbe getrennt, aber im Trinken vereint.“

Eine neue Bahn, die es in sich hat, gab es auch in diesem Jahr. Die Kerbborschte haben ans Ende eine rot-weiße Mütze gesetzt, dazwischen sind viele Backsteine, die dem Ball den Weg versperren, weshalb viele Spieler den Ball nicht ins Loch bekommen. Kerbborscht David Fornoff versichert allerdings, „wenn man den Lauf des Balls genau berechnet, dann kann er locker mit einem Schlag drin sein.“ (bea)

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