Missio-Essen in der St. Josephshalle

Kritisch, aber hilfsbereit

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Gut besucht und gesellig war das Essen für den guten Zweck. Die Tische in der Klein-Zimmerer St. Josephshallewaren voll besetzt.

Klein-Zimmern - Zurückhaltend reagierten die Gläubigen am Sonntag beim Missio-Essen in der St. Josephshalle. „Früher kamen alle auf einmal, das gab immer ein ordentliches Gedränge“, sagte Georg Blank, Mitinitiator des Essens für einen guten Zweck. Von Ulrike Bernauer

Seit einigen Jahren werden die Gäste tischweise aufgerufen, was zu wesentlich entspanntere Stimmung führt. Ägypten ist in diesem Jahr der Schwerpunkt der bundesweiten Missio-Aktion. „Die christlichen Gemeinden in Ägypten haben es auch nach dem arabischen Frühling schwer und bedürfen unserer Unterstützung“, erklärte Pfarrer Christian Rauch. Die Situation der Christen dort sei sehr schlecht, deshalb wolle man sie finanziell helfen. Bereits im Gottesdienst in der katholischen Kirche von Klein-Zimmern war Ägypten zuvor das Thema der Predigt. Unter dem Motto „Ich will Euch Zukunft und Hoffnung geben“, predigte Rauch und forderte zur Hilfe auf.

Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung will Missio auch eine moralische Stütze in das arabische Land senden. Pfarrer Rauch verteilte Grußkarten, die die Gläubigen mit nach Hause nehmen konnten. Ausgefüllt sollen die Karten zurück in die Kirche gebracht werden, um dann gesammelt an den Bischof von Ägypten geschickt zu werden.

„Wir haben uns schon beim Kochen des Essens Gedanken gemacht, wie wir Bauern aus ärmeren Gegenden unterstützen können“, berichtete Organisator Blank im Gespräch. „Wir kochen nicht große Mengen möglichst billig. Den Reis für dieses Missio-Essen etwa haben wir aus dem Welt-Laden in Dieburg bezogen.“ 150 Portionen Reis und Schweinegeschnetzeltes hat die Kochmannschaft zubereitet. Blank schätzt, dass die Gemeinde nach Abzug der Ausgaben etwa 1 000 Euro an die Missio-Aktion überweisen kann.

Gerhard Köhler nimmt regelmäßig an den Missio-Essen teil, wie zahlreiche andere Besucher auch.

In der St. Josephs-Halle war es voll, wie den vergangenenJahren wurde alles verkauft. „Mit mir ist die ganze Familie gekommen. Hier sitzen mit unseren Eltern, der Tochter und den Enkeln vier Generationen an einem Tisch“, “, sagte Anita Blank. Für ihre Familie gehöre es ganz selbstverständlich dazu, die Missio-Aktion zu unterstützen. Die Teilnahme am Missio-Essen war auch für Gerhard Köhler selbstverständlich, auch wenn er Kritik an der Aktion äußerte. „für das Missio-Essen wird immer damit geworben, dass den Ärmsten der Armen geholfen werden soll. Tatsächlich habe ich allerdings in einem Rechenschaftsbericht gelesen, dass nur ein geringer Anteil tatsächlich diese Armen erreicht. Der größerer Teil geht an die kirchlichen Institutionen in den Ländern und hilft so nur indirekt den Armen.“ Köhler kommt dennoch regelmäßig zu den Missio-Essen, denn: „Wenn man gar nichts macht, dann gibt es überhaupt nichts.“

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