Mitreißender Klang von 150 Musikern

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Gerade groß genug war der Altarraum der evangelischen Kirche von Groß-Zimmern, um Chor, Solisten und Orchester beim Elias Oratorium aufzunehmen.

Groß-Zimmern ‐ Erwartungsvolle Stille herrschte in der evangelischen Kirche am Samstagabend. Das Publikum konnte eine ungewöhnliche Szenerie beobachten. Selten war der Altarraum so gefüllt mit Menschen. Dicht an dicht standen die Sänger von insgesamt drei Chören auf den Podesten. Von Ulrike Bernauer

Die Kantorei der Dekanate Reinheim und Odenwald sowie die jungen Sängerinnen des Gymnasiums Michelstadt hatten sich für die Aufführung des Elias Oratoriums von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu einem stimmgewaltigen Chor zusammengeschlossen. Die Geduld der zahlreichen Zuhörer beim ausverkauften Konzert wurde vor Beginn jedoch auf die Probe gestellt. Die Sänger und das Orchester, die Kurpfalzharmonie Heidelberg verharrten in erwartungsvollem Schweigen schon auf ihren Plätzen als Pfarrer Michael Fornoff eine Verzögerung ankündigte.

Reges Geplaudere in der Wartezeit

Das erwartungsvolle Schweigen wich regem Geplaudere, bis mit dem Auftreten von Dirigent Ulrich Kuhn die Stille wieder einkehrte. Gewaltig setzte das Orchester ein, um die Ouvertüre fast instrumental zu spielen. Einzig Bassbariton Peter Arestov, der mit der Rolle des Elias die tragende Stimme des Abends hatte, steuerte Gesang bei. „Das Wort Gottes bricht mit einer unmittelbaren Wucht aus dem Mund des Propheten Elias hervor und trifft die von Gott abgefallenen Israeliten wie ein Bannstrahl“, war es dem Programmheft zu entnehmen. Wie eine riesige Welle setzte dann der Chor mit den rund 100 Sängern ein. Stimmgewalt benötigte er auch, um harmonisch mit dem Klang des Orchesters zu verschmelzen.

Ein Duett der Sopranistinnen Andrea Dippon-Meyer und Alexandra Bauer führte die Zuhörer weiter in das Geschehen. Neben den erwähnten Solisten sangen Mechthild Seitz-Ziegler und Anja Marquard Alt, Torsten Klingelhöfer-Marquard Tenor. Mit Arestov hatten die Veranstalter einen hochkarätigen Sänger verpflichtet. Der Bassbariton hat sich auf Solorollen im Oratorien- und kammermusikalischen Bereich spezialisiert und singt die Rolle des Elias nicht nur in Groß-Zimmern.

Gewaltig, und doch voll Harmonie

Konzentriert, aber auch genießerisch verfolgte das Publikum je nach Einstellung die gesungene Geschichte des Elias, die keine fortlaufende Handlung darstellt, sondern in Szenen das Wirken des Propheten wiedergibt. Beeindruckend war das Wechselspiel zwischen Solisten, Chor und Orchester, gewaltig auf der einen Seite und doch voll Harmonie. Entsprechend war die Reaktion des Publikums am Ende. Begeisterten Beifall bekamen die rund 150 Aktiven des Abends für das perfekte Zusammenspiel.

Eine großartige Leistung boten neben dem Orchester auch die Chöre, die ihre Gesangspartien unter drei Dirigenten einstudiert hatten. Ulrich Kuhn, der auch das gesamte Konzert leitete, hatte mit der Kantorei des Dekanates Odenwald das Oratorium einstudiert, für das Dekanat Odenwald hatte Hans-Joachim Dumeier diese Aufgabe übernommen und den Projektchor des Gymnasiums Michelstadt machte Thorsten Kingelhöfer-Marquard für das Oratorium fit.

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