Bis morgen tickt noch die Uhr

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Die St. Georgs-Pfadfinder sind eine der drei Gruppen, die an der 72-Stunden-Aktion teilnehmen.

Groß-Zimmern - „Uns schickt der Himmel“ - bescheiden klingt der Slogan der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bei der in den vergangenen Wochen intensiv beworbenen 72-Stunden-Aktion nicht gerade. Von Jens Dörr

Zutreffend ist er dennoch: bis zum morgigen Sonntag um exakt 17.07 Uhr setzen deutschlandweit 100 000 Kinder und Jugendliche rund 3 000 Projekte aus dem sozialen, kulturellen, politischen oder ökologischen Bereich um.

Die Klein-Zimmner Powergroup Volume 2.

Am Donnerstag - ebenfalls um 17.07 Uhr - fiel auch für die drei teilnehmenden Gruppen aus Groß- und Klein-Zimmern der Startschuss. Bei der regionalen Auftaktveranstaltung des BDKJ-Diözesanverbands Mainz in Richen wussten um 17 Uhr weder die KjG Groß-Zimmern, noch die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) Groß-Zimmern oder die Klein-Zimmerner Powergroup Volume 2, was in den kommenden drei Tagen auf sie zukommen würde. Nur, dass es viel Arbeit und wenig Schlaf sein würden, war wohl jedem bewusst. Wenige Minuten später herrschte hektische Betriebsamkeit - die Projekt-Paten der Gruppen hatten ihre Aufträge erhalten und die Umschläge mit den Aufgaben geöffnet.

Die Groß-Zimmner KjG-Gruppe mit Projektpatin Elfriede Burger.

Projektpate der KjG-Gruppe ist in diesen Tagen Elfriede Burger, den Pfadfindern steht Pfarrer Christian Rauch zur Seite. Die Klein-Zimmerner wählten sich Ortsvorsteher Markus Geßner. Letzterer präsentierte der Gruppe aus gleich ihre Aufgabe: Sie sollen bis Sonntag 72 Kuchen backen - nach genau 72 traditionellen Klein-Zimmerner Rezepten. Das riesige Buffet, das so entsteht, soll nicht nur für einen guten Zweck verkauft werden; die Rezepte sollen auch niedergeschrieben und als Buch herausgegeben werden.

Die KjG führt die Aktion hinaus in die Natur: Die neun bis 21 Jahre alten Mitglieder der Gruppe sollen den Uferbereich der Gersprenz zwischen den beiden Mühlen neu gestalten. Projektpartner dabei ist der Ältestenrat der Gemeinde Groß-Zimmern.

Die DPSG, die sich nach der bis zu diesem Zeitpunkt strengstens geheim gehaltenen Vergabe der Aufträge - auch der Presse wurden vorab allenfalls vage Hinweise gegeben - rasch aus Richen verabschiedete, erwartet ein ebenso interessantes wie sinnvolles Projekt. Die 14- bis 24-Jährigen sollen im Mehrgenerationenhaus am Otzbergring Begegnungsorte schaffen.

Wie die genau aussehen, das wird man am Sonntagabend sehen. Dann wird allerorts Bilanz gezogen und geschaut, ob die Vorhaben in der äußerst knappen Zeit umgesetzt werden konnten.

Gut möglich, dass die Kinder und Jugendlichen heute und morgen auch den einen oder anderen Erwachsenen spontan um Mithilfe ersuchen. Sicher ist: Bei ihrer Arbeit werden die Teilnehmer zwischen Nord- und Bodensee rund 7,2 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten, davon etwa 324 000 im Bistum Mainz.

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