Kraftraum in der Mehrzweckhalle

Muckibude auch für Mädels

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Der Kraftraum im Keller der Mehrzweckhalle besteht schon seit 40 Jahren und wird immer noch eifrig genutzt – fast nur von Männern.

Groß-Zimmern - Den Kraftraum in der Mehrzweckhalle gibt es bereits seit gut 40 Jahren, seit die Halle in der Mitte Zimmerns gebaut wurde. Er wird auch immer noch eifrig genutzt, wenn auch nicht mehr von der Klientel, für die er gedacht war. Von Ulrike Bernauer 

Eingerichtet wurde der Raum mit rund 30 Geräten für den muskulären Kraftaufbau der Sportler des Athletenvereins. Die wollten in der Halle auch Bundesligawettkämpfe bestreiten. Einige haben hier auch stattgefunden. Die Gewichtheber trugen zwei Jahre lang ihre Kämpfe in der Mehrzweckhalle aus, wie sich Franz Pataki, selbst ehemaliger Gewichtheber, erinnert. Der Kraftraum war zwingend erforderlich, um sich für den Kampf warm zu machen. Aber auch damals schon war das Ziel, dass andere Interessierte den Raum für ihr Training nutzen können. Inzwischen trainieren die Sportler des Athletenvereins nur noch in ihrer Halle, der Kraftraum wird allerdings immer noch genutzt. „Ich komme schon seit 30 Jahren hierher“, so Peter Dietrich, der auch die Aufsicht montags im Kraftraum führt. Etwa 12 bis 15 Sportfreunde teilen sich die Aufgabe, den Raum mit seinen Geräten auf- und zuzuschließen, Dietrich gehört dazu. Neulingen gibt er auch gerne eine Einweisung, wenn das erforderlich ist. An diesem Montag ist der Kraftraum gut besucht, zwischen 18 und 19 Uhr trainieren 15 bis 20 Männer an den Geräten.

Der Jüngste ist mit 15 Jahren David Wucherpfennig. Er kommt seit einem Jahr regelmäßig, aufgrund seines Alters muss Vater Thomas Wucherpfennig dabei sein. Davids Hauptsportart ist Handball. „Ich komme hierher, damit ich beim Handball mehr Kraft und Kondition habe“, erklärt er sein Training im Kraftraum. Kondition erhält man, wenn man für die Übungen weniger Gewichte auflegt, dafür die Übungen aber häufiger ausführt.

Auch von den in Groß-Zimmern untergebrachten Asylbewerbern kommen einige regelmäßig. Sie nutzen die Geräte ebenso intensiv wie die einheimischen Sportler. Sie haben durch ihr Training jedoch für eine Verbesserung gesorgt: Neue Hanteln wurden angeschafft.

Weil der Raum häufig von den Flüchtlingen genutzt wird, erhielt die Gemeinde Fördergeld aus dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“, wie Hans Peter Wejwoda von der Gemeinde mitteilt. An der Intension, den Kraftraum für jedermann zugänglich zu machen, hält die Gemeinde auch nach 40 Jahren noch fest. Die Herren haben das Angebot auch gerne angenommen, Frauen lassen sich hingegen eher selten blicken. Erfahrungsgemäß schnuppern sie einmal kurzzeitig mit ihren Freunden oder Lebensgefährten herein, bleiben dann aber nach Dietrichs und Wucherpfennigs Erfahrung nicht lange. Um den Kraftraum auch für das weibliche Geschlecht attraktiv zu machen, hat sich die Gemeinde nun ein ganz besonderes Angebot ausgedacht. Ab dem heutigen Samstag, 1. April, werden die Damen eine eigene Trainingsmöglichkeit erhalten. Probeweise wird für die nächsten drei Monate der Kraftraum samstags zwischen 12 und 16 Uhr nur den Sportlerinnen zur Verfügung stehen.

Zudem werden in dieser Zeit auch nur Frauen die Aufsicht führen und nötigenfalls die erforderlichen Anleitungen geben. Durch das erweiterte Angebot erhofft sich die Gemeinde, dass der Kraftraum weiterhin an Attraktivität gewinnt und in Zukunft auch an allen anderen Tagen noch besser genutzt wird als bisher.

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