Mundschenk mit Zöpfen?

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Wer ist hier Mundschenk, wer Kerbvadder? Mit bürgerlichem Vornamen heißen sie Benjamin und Anja.

Klein-Zimmern - Doppeltes Glück hat Christel Krombholz beim Entchenangeln. Sie gewinnt nicht nur die Satin-Bettwäsche, sondern auch den ersten Preis, das bedeutet, sie hat die Zimmerner Kerb ausgegraben. Von Ulrike Bernauer

Folglich überreicht Walter Götz, Vorsitzender des Kultur- und Kerbvereins, ihr die Kerburkunde, die die Klein-Zimmerin verliest: Die Klein-Zimmerner Kerb ist eröffnet.

Vorangegangen war dem feierlich-fröhlichen Akt ein Gottesdienst in der katholischen Kirche und der Zug der Gottesdienstbesucher von der Kirche zum Festplatz am Feuerwehrhaus. Würdevoll schritt Götz dem Zug voran mit seinem Stab mit den drei Geißen immer wieder auf den Boden klopfend. Dann kam einer der ersten Höhepunkte der Kerb, das Ausangeln, das schließlich Krombholz gewann.

Bilder zur Kerb

Kerb in Klein-Zimmern

Zahlreiche Entchen mit Nummern auf dem Bauch drängelten sich in einem Baby-Planschbecken, bei dem man vor lauter Entchen den Boden nicht mehr sah. In Windeseile waren die Lose verkauft und alles wartete auf die glücklichen Gewinner. Die Spannung war groß und Christel Krombholz konnte ihr doppeltes Glück kaum fassen.

Sonnig ging es beim Kerbumzug am Sonntag weiter. Die Kindergartenkinder führten den zwölf Nummern umfassenden Zug an, als Sonnenblumen liefen sie durch die Straßen. Kleine Körbchen hatten sie am Arm, um Süßigkeiten zu verteilen. Richtig groß im Knollen- und Klumpenwerfen waren die Teufelskicker. Sie warfen teilweise ihre Bonbons mit einer solchen Kraft, dass so mancher Zuschauer am Wegesrand in Deckung ging.

Bär zum Maskottchen

Gesünder ging es da bei den Kerbfrauen zu, sie waren als Burgfräulein verkleidet und verteilten Äpfel an die zahlreichen Zuschauer. Für so manchen Großen gab es auch Hochprozentiges. Die adligen Fräulein hatten auch Hugo dabei, einen Plüschbären, den Gemeindevorsteherin Katharina Geibel beim Kerbausangeln gewonnen hatte.

Flugs wurde der Bär zum Maskottchen erklärt und bekam noch in der Nacht ein Gewand gefertigt, damit er sich nicht so nackt im Zug präsentieren musste. Die Kerbborsche hatten sich in diesem Jahr ein wenig rar gemacht, „so mancher wollte dieses Jahr aussetzen“, erklärte Ortsvorsteher Markus Geßner.

Dafür fuhr im Kerbzug ein seltsames Gespann. Anja und Benjamin gaben den Mundschenk und den Kerbvadder, wobei man sich wohl aussuchen konnte, wer von beiden welche Rolle ausfüllte. Anja war zwar als Kerbvadder gekleidet, aber man hat wohl selten einen Mundschenk mit zwei so schönen Zöpfen und wohlgeformten Luftballonbrüsten gesehen. Fröhlich und umjubelt ging es schließlich bis zum Feuerwehrhaus, wo die Kerbrede vorgetragen wurde.

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