Musik für die beiden Kirchen

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Voll war es hinterm Glöckelchen. Zur „Benefiz Musik-Session“ waren zahlreiche Zimmerner gekommen.

Groß-Zimmern ‐ Weiß, weißer, am weißesten leuchteten die Hemden der Herren vom Arbeitergesangverein. Die hatten sich bei nicht mehr ganz so heißen, aber immer noch gut sommerlichen Temperaturen für ihr Publikum in etwas luftigere Schale geworfen, eben ihre strahlend weißen Hemden. Von Ulrike Bernauer 

Sommerlich war nicht nur die Kleidung, sondern auch das musikalische Programm, das die Sänger bei der „Benefiz Musik-Session“ zum Besten gaben. Der Glöckelchen-Verein hatte am Sonntagvormittag zur besten Frühschoppenzeit zu einem gemischten Konzert zugunsten der Orgel der katholischen und der Kirchenfenster der evangelischen Kirche auf den Parkplatz hinter dem Glöckelchen eingeladen. Der Vorsitzende des Glöckelchen- und zugleich auch des Orgelfördervereins, Dr. Manfred Göbel, führte in Personalunion durch das Konzert.

Die stimmgewaltigen AGV-Herren sangen zum Auftakt dieses abwechslungsreichen musikalischen Mittags und warteten gleich selbst mit einigen Überraschungen auf. Zur Amboss-Polka hatten sie tatsächlich ein echtes Gerät mitgebracht. Der Vorsitzende Manfred Dyroff bearbeitete den Amboss mit zwei Hämmern und gab als Begleitung zum Gesang ein zweitöniges Amboss-Glockenspiel zum Besten. Als Solisten glänzten beim Lied „Oh Liebe“ Heinz Willi Thulow, Rainer Merlau und Georg Heinz Geier.

Wind of Change mit spirituellem Text

Nicht nur Kirchenmusik: Die junge Gruppe „Crescendo“ spielte Fetziges mit viel Power.

Einen Szenen und Bühnenwechsel gab es ein paar Minuten später. Noch während der AGV sein Stelldichein gab, wurden ein paar Meter weiter Instrumente angeschlossen und Kabel überprüft. Crescendo, die Klein-Zimmerner Band, die gerne Jugendgottesdienste gestaltet, trat an die Gitarren. „Wer uns noch nicht kennt, wir spielen nicht nur bei Gottesdiensten, sondern gerne auch mal bei Taufen oder Konfirmationen“, erklärte Pia Beckmann dem Publikum. „Wind of change“ von den Scorpions gaben die christlichen Musiker dann unter anderem zum Besten, allerdings mit einem anderen Text, dem spirituellen Hintergrund der Gruppe angepasst.

Das Schlackenhäuser Saxquartett präsentierte sich hinterm Glöckelchen zum aller ersten Mal einem so großen Publikum. Denn mittlerweile waren auch die späten Fußballfeierer hinzugekommen und der Platz war gut gefüllt.

„Zimmerner Blut ist keine Buttermilch“

Mit Melodien zum Mitsingen erfreuten die drei Musikerinnen nebst dem einem Herrn die Zuhörer. Zu „Strangers in the night“, der „Sentimental journey“ oder „Hello Mary Lou“ ließ es sich nicht nur mitsingen, sondern auch wunderbar mitswingen.

Ein erneuter Wechsel des Musikstils trat mit Otto & Otto auf die Bühne. Die hatten nicht nur Gitarren und die Drehleier, sondern auch Uwe Schätzle mitgebracht. Der gab dem Ganzen mit seiner Mundharmonika noch mal einen anderen Ton. Einem „folkloristischen Teil“ mit der Drehorgel, wie Otto Herdt anmerkte, folgte das Lieblingsthema der beiden: Zimmern und nochmals Zimmern. Sie spielten für die beiden Türme, von denen aus man bei klarer Sicht Frankfurt sehen kann und wo man viel näher am Himmel ist. Mit „Zimmerner Blut ist keine Buttermilch“ oder „Ja, des is Zimmern, wie es leibt und lebt“, begeisterten sie ihre Zuhörer und stifteten viele zum Mitsingen an.

Noch einen Musikwechsel durfte das Zimmerner Volk erleben, zu Otto & Otto und dem Schätzle gesellten sich noch die Herren von der Hirschbach-Gäng. Zu siebt ließen es die Herren, immer noch mit einem Zimmernlied, mit e-Gitarre, Bass und Schlagzeug ordentlich krachen. Der Mundharmonika vom Schätzle gelang es trotzdem, dank des Tontechnikers, sich durchzusetzen. Otto & Otto verabschiedeten sich dann, bevor die Hirschbach-Gäng zu ihrem Repertoire übergingen, Oldies der wilden sechziger und siebziger Jahre. Mit denen verabschiedeten die Herren, die sich nur zu gerne lautstark ihrer musikalischen Jugend erinnerten, das Publikum. Das hatte während des mehrstündigen Konzertes immer mal wieder gewechselt, manche verfolgten aber auch das ganze Konzert und freuten sich über die musikalische Vielfalt des Programms der Musiktreibenden der Gersprenzgemeinde.

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