Chorkonzert des Gesangvereins 1893 Klein-Zimmern

Musikalische Reise um die Welt begeistert

+
Die Sänger des Gesangvereins 1893 Klein-Zimmern begeisterten ihr Publikum.

Klein-Zimmern - Für den Zuhörer eines Chorkonzerts erschließt sich immer erst während der Veranstaltung, welche Arbeit in der Vorbereitung gesteckt hat. Das war am Samstag beim Auftritt des Gesangvereins 1893 Klein-Zimmern nicht anders. Von Michael Just

Über zwei Stunden wurde in der katholischen Kirche gesungen und musiziert. Dabei ließen sich mehr als 20 Punkte auf dem Programm finden, das mit einer „Reise um die Welt“ überschrieben war.

Alle zwei Jahre hat der gemischte Chor ein großes Konzert in petto. „Seit Jahresanfang haben wir uns - erst sporadisch und dann intensiv - darauf vorbereitet“, erzählt die Vorsitzende Gisela Millmann. Als Unterstützung hatten sich die Sänger den Katholischen Kirchenmusikverein Klein-Zimmern mit seinem Dirigenten Thomas Martin ins Boot geholt. Weitere Verstärkung kam aus den eigenen Reihen.

Nichts dem Zufall überlassen

So begleitete Chorleiterin Larissa Förderer ihre Schützlinge nicht nur am Klavier, sondern erhob ihre hohe und klare Mezzosopran-Stimme bei zwei Soli. Damit unterstrich die Chorleiterin das regelmäßige Lob der Vereinsvorsitzenden bezüglich ihrer Person, dass sie einen regelrechten Glücksfall für den Verein darstellt. Ihre Tochter Valentina Förderer brachte sich mit der Begleitung ihrer Mutter am Klavier ebenfalls in den Abend ein. Dass die Gastgeber nichts dem Zufall überlassen und ihren Gästen einen möglichst perfekten Abend bieten wollen, bewies die Verpflichtung von Moderator Rolf Kreisel. Der Sänger aus Babenhausen verstand es mit seiner ruhigen und gefälligen Stimme durch das Programm zu führen und den Stücken zahlreiche Hintergrundinformationen zu geben. Der Kontakt kam einst bei einem Auftritt der Klein-Zimmerner Sänger mit den Jagdhornbläsern Maingau zustande.

Das Chorkonzert wurde mit dem dänischen Volkslied „Guten Abend euch allen“ eröffnet, das sich als gelungener Einstieg präsentierte. Das zweite Stück, „Träume aus der Kinderzeit“, dessen Text und Satz von Karl-Heinz Weber-Müllenbach stammen, kam beim Publikum ebenfalls sehr gut an.

Gelungene Auswahl der Stücke

Zwischen den Werken sorgte immer wieder der Kirchenmusikverein mit seinen rein instrumentalen Auftritten für eine gelungene Abwechslung. Bemerkenswert waren hier die Potpourris „Grüße aus Österreich“ und „Tirol, Tirol“. Derzeit blickt der Gesangverein Klein-Zimmern auf 34 aktive Sänger. Die Frauen haben im gemischten Chor leicht die Überhand. „Uns fehlen Tenöre“, berichtet Gisela Millmann auf Nachfrage. Auch ein wenig mehr jüngeres Blut wäre nötig.

Trotzdem gelingt es dem Traditionsverein mit seinem Gründungsjahr im vorletzten Jahrhundert immer wieder, sich zu verstärken. So kamen in den letzten Monaten drei neue Sänger hinzu, sehr zur Freude des Vorstands auch aus Groß-Zimmern. Am Wochenende zeigte der Gesangverein - bei freiem Eintritt und einer erwünschten Spende am Ausgang für die Chorarbeit - was er zu leisten vermag. Sehr einfühlsam wurde das Werk „Weit, weit weg“ interpretiert. Auch an schwierige Stücke, wie „Yesterday“ von den Beatles oder „Ich war noch niemals in New York“ nach dem Original von Udo Jürgens und der textlichen Bearbeitung von Michael Kunze, wagte man sich heran. Nicht zuletzt durch die gelungene Auswahl der Stücke, zu denen ebenfalls das allseits beliebte „Memory“ aus dem Musical Cats gehörte, war den Sängern ein großer Schlussapplaus sicher. Eigentlich ist nur alle zwei Jahre ein großer Auftritt geplant. Das wird im nächsten Jahr anders. Dann wartet laut Gisela Millmann ebenfalls eine Großveranstaltung. Der Grund ist einleuchtend, denn dann wird der Traditionsverein 120 Jahre alt.

Kommentare