Letzter Bürgertisch 2013 legt Maßnahmen-Katalog zur Ortskernbelebung vor

„Es muss mal was passieren!“

Einige wollen das Verkehrschaos wie hier am Rathaus mit mehr Parkplätzen abschaffen.(c)Foto: Fritsch

Groß-ZImmern - Seit geraumer Zeit treffen sich engagierte Bürger regelmäßig in der Projektwerkstatt der „Sozialen Stadt“ und beraten, wie man den ZImmerner Ortskern attraktiver gestalten kann, so dass die Mitte belebter wird. Von Gudrun Fritsch

Eigene Erfahrungen, Auswertungen von Veranstaltungen wurden erörtert, Anwohner, Vereine und Geschäftsinhaber befragt.

Die Ergebnisse wurden in Form eines 18-Seitigen Katalogs am Montag dem Gemeindevorstand vorgelegt.

Allerdings gibt es zu den Fragen, was den Ortskern belebt, wie diese Belebung unterstützt werden könnte und was man gerne noch alles hätte (nice to have it) nicht nur unterschiedliche, sondern auch gegensätzliche Positionen. Während die einen beispielsweise gerne mehr Raum zum Verweilen, Bänke oder Nischen hätten, würden andere am liebsten den Roten Platz zumindest zeitweise als Parkplatz freigeben.

Viele Ideen wie etwa die Einrichtung eines „Seniorentreffs“, eines regelmäßigen Ortskernfloh- oder Wochenmarktes, eines „gemeindeeigenen“ Supermarktes mit Kinderbetreuung in der Jahnstraße oder auch einer öffentlichen Toilette wurden aufgelistet.

„Es muss mal was passieren!“, sagte eine junge Teilnehmerin am Montagabend ungeduldig. „Wenn wir immer nur reden und nichts geschieht, kommen bald keine Leute mehr“, argumentierte sie mit Blick in die Runde der zwölf Teilnehmer. Verständlich sei ihr Ärger zwar, aber sie müsse sich wohl noch etwas gedulden, erklärte Projektwerkstättler Tobias Lauer und leitete weiter an Bürgermeister Achim Grimm.

Der beschrieb, dass die vorliegenden Ideen jetzt an einen Fachplaner weitergeleitet würden, mit dem Auftrag, zwei oder drei Alternativvorschläge zur Gestaltung des Roten Platzes und der angrenzenden Straßen auszuarbeiten. Diese Pläne sollten dann in den Fachausschüssen und am Bürgertisch diskutiert und eventuell noch geändert werden, bevor sie von der Gemeindevertretung beschlossen und tatsächlich umgesetzt werden könnten.

Eine gute Nachricht hatte Lauer dann noch. „Wir bieten im Rahmen der Sozialen Stadt einen Verfügungsfond an“, berichtete er. Hierfür stünden für das kommende Jahr insgesamt 3 000 Euro zur bereit.

Relativ unbürokratisch soll mit diesen Pauschalmitteln die Entwicklung und Umsetzung von Bewohnern getragener Projekte unterstützt werden. Wenn Bürger ein Mikroprojekt planen, wie etwa die Veröffentlichung eines eigenen Buches, einen kleinen Film oder die Organisation eines gemeinsamen Festes, können sie einen Antrag stellen. Es werde dann lediglich geprüft, ob das geplante Projekt den Förderrichtlinien im Sinne bürgerschaftlichen Engagements entspricht.

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