Abschlussfeier der Albert-Schweitzer-Schule

Nach „G 9-Knick“ kein Abschied von Gymnasialschülern

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Ein Ständchen zum Geburtstag gab die Klasse R10a ihrem Lehrer Jochen Sachs.

Groß-Zimmern - Mit 57 Schülern wurden so wenige Abgänger wie schon seit Jahren nicht mehr von der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) verabschiedet. Schulleiter Helmut Buch gab am Freitag in der alten Turnhalle lediglich die Zeugnisse an eine Haupt- und zwei Realschulklassen aus. Von Ulrike Bernauer

Grund für die wenigen Schulabgänger: in diesem Jahr fehlten die Gymnasialklassen, da die Gesamtschule schon vor Jahren wieder zur verlängerten Schulzeit von G9 zurückgekehrt war. Im nächsten Jahr wird Buch wieder mehr Schüler verabschieden dürfen.

Die drei Klassen verstanden es sehr gut zu feiern und ihren Abschluss festlich und gleichzeitig witzig zu gestalten. Unter das Motto „And the oscar goes to …“ hatten sie ihre Feier gestellt und alle 57 Abgänger konnten sich zu Recht als Gewinner fühlen, haben sie doch einen ordentlichen Abschluss in der Tasche. Der Durchschnitt liege bei 2,7 erklärte Walter Koop, der die Klasse H9a zum Abschluss geführt hatte.

Für Verständnis untereinander warb Buch

„Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen“, diesen Satz gab Schulleiter Buch den Schülern mit. Zwar könnten Träume zu schön sein, um wahr zu werden, sie könnten aber auch als Utopie die Menschen anregen, sich einzusetzen und selber Hand anzulegen. Für Verständnis untereinander warb Buch und stellte sich gegen Pauschal- und Vorurteile. „Brechen wir sie auf – und fangen wir damit bei uns an“ appellierte er, „ein - wie ich finde - befreiender Traum.“

Pfarrer Michael Fornoff hatte sich einen Liedtext von den „Wise Guys“ für seine Rede ausgesucht. Dem Refrain „irgendwer wird immer meckern, egal, was man auch tut, ob man schlecht ist oder gut“, setzte Fornoff entgegen, dass man an sich glauben solle: „Wichtig ist, dass ihr euren Weg findet, ehrlich bleibt, euch nicht in die Tasche lügt und euch immer im Spiegel anschauen könnt.“ Auch Bürgermeister Achim Grimm, der selbst die ASS besucht hat, ermutigte die Jugendlichen, sich in der Gesellschaft zu engagieren, sei es in der Politik, in den Vereinen oder im sozialen Bereich. Nur mit Engagement des Einzelnen könne Gesellschaft funktionieren.

Für kommende Herausforderungen gut ausgerüstet

Der Elternbeiratsvorsitzende Jürgen Heinz zeigte sich sicher, dass die ASS die Schüler für kommende Herausforderungen gut ausgerüstet habe, nun sei es an ihnen, ihre Zukunft zu gestalten und an neuen Aufgaben zu wachsen.

Die Leistungs- und Sozialpreise wurden von Schulleiter Helmut Buch (links) vergeben.

Die Schüler hatten für die Abschlussfeier einiges vorbereitet. Den „Revolution Dance“ führte mit viel Freude die Klasse R10b vor. „Wir sind leider nicht dazu gekommen, eine Vorführung einzustudieren“, erklärte eine Schülerin der R10a, dafür hätten sie der ASS eine Anlage von bleibendem Wert hinterlassen. Einen Beach-Volleyballplatz haben die Realschüler angelegt, „ein Geschenk, das länger hält, als ein Bild an der Wand.“ Mit zahlreichen Fotos dokumentierten die Schüler ihre Arbeit an dem neuen Sportplatz auf der Außenanlage der Gesamtschule.

Theater spielten die Schüler der Klasse H9a, „Schneewittchen mit den sieben Zwergen“ adaptiert an die Jetztzeit, führten sie vor. So vermisste ein Zwerg sein Handy, ein anderer merkte, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte, weil jemand seine Emails gelöscht hatte.

Viel Gelächter gab es während der gesamten Vorführung, vor allem als sich der Prinz als Knabe in Feinripp-Unterhemd und mit Nikolausmütze entpuppte. Schneewittchen bemerkte nur trocken: „Meine Damen und Herren, wie Sie sehen, sind Prinzen auch nicht mehr das, was sie mal waren.“

Buchgutschein für besten Notendurchschnitt

Nachdem die den Klassenlehrern Walter Kopp (H9a), der sich an diesem Abend in den Ruhestand verabschiedete, Jochen Sachs (R10a) und Christine Werner (R10b) die Zeugnisse verteilt hatten, wurden die Leistungs- und Sozialpreise verteilt.

Su Yasdut, Aylin Cecili, Anthony Appiah und Axel Hottes begeisterten mit dem Song „R.I.P.“.

Aus der H9a erhielt Tobias Weber einen Buchgutschein. Er hatte mit 1,8 den besten Notendurchschnitt der Klasse. Jasmin Schulmeyer hingegen hatte sich in der Klasse sozial sehr stark engagiert. Jessica Lindner hatte mit 1,7 Notendurchschnitt das beste Zeugnis in der R10a, Emin Ögutücü hingegen war durch soziales Engagement positiv aufgefallen.

Jana Langer aus der R10b hatte mit dem Notendurchschnitt von 1,4 das beste Zeugnis von allen Abgängern, Stefan Lau leistete einen großen Beitrag bei einer Teilnahme seiner Klasse an einem Videowettbewerb des Hessischen Rundfunks.

Lob gab es nicht nur von den Lehrern für die Schüler, so erklärte Kopp: „Mit euch hätte ich es noch ein Jahr ausgehalten“, sondern auch umgekehrt. Meriam Djelloul, zum Schluss zu Tränen gerührt, erklärte, anfangs habe man sich immer über die Lehrer aufgeregt, jetzt bedanke man sich jedoch für die Geduld und die Hartnäckigkeit.

Durch das Programm führten die Schüler Andreas Korjakin, Syabend Aytun und Shahi Rocoski, einige Liedbeiträge der Schulband gestalteten das Programm noch abwechslungsreicher.

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